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Hugo kann's am besten

Vincent Meyer (13) und sein Zwerg-Asil-Hahn "Blechdose"
Was im täglichen Miteinander schon zu vielen Nachbarschaftsstreitereien geführt hat, begeistert seit 41 Jahren einmal jährlich hunderte von Besuchern in Lindhorst: Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt lädt der "Nutzgeflügel-Zuchtverein Klecken und Umgebung von 1921" zum großen Hahnenkräh-Wettbewerb.
45 teils preisgekrönte Hähne traten, unterteilt in zwei Gruppen, dieses Jahr an. "Die Kleinen krähen öfter, als die Großen - genau wie bei uns Menschen. Daher zwei Gruppen", erläutert Hans-Heinrich Rieckmann, Vorsitzender des Bürgervereins, augenzwinkernd. Pünktlich um 11 Uhr startet der Contest. "Krähzähler" notieren eine Stunde lang jedes vollständige "Kikeriki". Bereits nach 15 Minuten hat sich in beiden Gruppen eine Kräh-Profi-Spitze vom breiten Mittelfeld abgesetzt. Favorit bei den Zuschauern ist nach einer halben Stunde auf Nachfrage per Megaphon ganz klar der schwarz-weiss gefiederte Amrocks-Hahn mit Startnummer 1, dicht gefolgt von einem temperamentvollen "Italiener" in Voliere Nr. 7. Die drei angetretenen japanischen Seidenhähne sorgen zwar aufgrund ihrer frappierenden Ähnlichkeit mit haushaltsüblichen Staubwedeln für viele Hingucker, zeigen im Wettstreit selbst aber klassisch-asiatische Zurückhaltung.
Während die Gockel ihre Stimmbänder strapazieren, stärken sich die zahlreichen Besucher mit Nackensteaks, Fischbrötchen und Butterkuchen. Die Dörpsmusik aus Hittfeld musiziert von der Trailerbühne und das frischgezapfte "Blonde" sorgt bei einigen für endgültige "Vatertags-Stimmung".
Der Moderator zählt die letzten zehn Sekunden herunter, pünktlich um 12 Uhr ist der Wettbewerb beendet. Vincent (13) holt wie alle anderen seinen Hahn zügig aus der Voliere. "Das ist ein Zwerg-Asil. Ursprünglich eine berühmte Kampfhuhnrasse", erläutert er stolz, während sich das gesprenkelte Mini-Hähnchen auf seinem Arm einkuschelt. "Blechdose" heiße der hübsche Vogel, inspiriert vom Klang seines Krähens benannt, und der Teenager aus Jesteburg hofft auf den ersten Platz.
Dafür reicht es am Ende nicht ganz. Sieger in der Zwerghahn-Klasse wird der namenlose Thüringer Zwerg-Barthahn des Zuchtverein-Urgesteins Jürgen Niemeyer mit 97 "Kikerikis" in einer Stunde. Bei den Großhähnen macht "Hugo von Voßdamm", ein imposanter Rhodeländer, mit 80 gezählten Krähern den ersten Platz, sehr zur Freude der beiden Besitzerinnen Rosemarie Detje und Grit Heinze.