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"Ich bin dann mal weg"

Ina Bumann-Fehrmann - kluge Streiterin für eine bessere Welt (Foto: oh)

Ina Bumann hat nur noch wenige Monate zu leben - und möchte die Zeit nutzen, um Gutes zu tun



(rs). "Laut Statistik stünden mir noch acht Jahre zu - und die hätte ich auch noch dringend gebraucht, um meine Tiere bis zu ihrem Ende zu begleiten. Jetzt muss ich sie, die schon einmal im Leben von ihren Menschen verlassen wurden, auch im Stich lassen - das tut weh!" So beginnt ein Text, der unter der Überschrift "Ich bin dann mal weg" eigentlich als Anzeige in unserer Zeitung erscheinen sollte. Die Absenderin: Ina Bumann aus Zernien im Wendland. Die 74 Jährige ist an Krebs erkrankt, die Ärzte geben ihr noch wenige Monate.

Ina Bumann ist in der Nordheide aufgewachsen, war viele Jahre Sekretärin des damaligen Buchholzer Stadtwerkechefs, hat Ratsarbeit in der Samtgemeinde Hanstedt geleistet - und sich immer und überall für alles eingesetzt, was sonst keine Stimme hat: Kinder, Tiere, Natur.

Später ist die couragierte Streiterin für eine bessere Welt mit ihrem Mann ins Wendland gezogen, hat sich auch dort für den Tierschutz engagiert und 2004 ein Tierheim mitbegründet, dessen Mietvertrag kürzlich gekündigt wurde. Nun will sie ihre letzten Lebensmonate nutzen, um den von erneuter Heimatlosigkeit bedrohten Tieren eine gesicherte Zukunft zu geben.

Im dünn besiedelten Wendland sind Zuschüsse rar, fließen Spenden eher spärlich. Die Todkranke erinnerte sich an ihren einstigen großen Freundes- und Bekanntenkreis vor den Toren Hamburgs - und schrieb an das WOCHENBLATT: "Wir suchen händeringend nach einer neuen Bleibe für unsere Tiere - und dazu brauchen wir Geld.

"Das ist buchstäblich mein letzter Wunsch"

Das ist buchstäblich mein letzter Wunsch: Bitte öffnet Eure Herzen und Brieftaschen, damit wir dem großen Ziel ein Stück näher kommen."

Und wir als Zeitung für den "Speckgürtel" Hamburgs machen etwas, was wir selten tun: Wir veröffentlichen einen Spendenaufruf für eine Einrichtung, die außerhalb unseres Erscheinungsgebietes liegt. Das tun wir, um den letzten Wunsch einer tapferen Frau zu erfüllen. Und in der Gewissheit, das mit dem Geld sorgsam umgegangen wird.

Ina Bumann kann auf ein erfülltes Leben zurückblicken, mit einer Tochter ("der besten der Welt") und einer auskömmlichen Rente ("heute gar nicht mehr selbstverständlich für eine Frau ihren Alters") . Und sie sieht ihrem Ende mit bewegendem Mut entgegen. "Es ist nun mal so, wie es ist. Der Countdown läuft, aber nach meinen Bedingungen."

Ihr lebenslanger Einsatz für die wehrlose Kreatur sei eher ein Kampf gegen Windmühlenflügel gewesen, sagt die Todkranke. Doch sie werde ihn trotzdem weiterkämpfen - bis zuletzt: "Für meine Beerdigung wird kein unnötiger Cent ausgegeben, keine Trauerfeier und sonstiges Gedöns. Dafür möchte ich mit der Gewissheit von hier gehen, dass die Tiere, für die ich einmal Verantwortung übernommen habe, einer sicheren Zukunft entgegengehen."