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"Ich will ja nichts geschenkt“

Jetzt geht es auf Tour: 277 Zeitungen trägt Adelbert Schürer zweimal die Woche in Buchholz aus

Mit 80 Jahren trägt Adelbert Schürer aus Buchholz immer noch das WOCHENBLATT aus

mi. Buchholz. Als Adelbert Schürer aus Buchholz in Rente ging, stand für den gelernten Elektroinstallateur fest: „Ich will etwas machen.“ Da passte es gut, dass Tochter Annika gerade ihren Job als WOCHENBLATT-Austrägerin loswerden wollte. Adelbert Schürer übernahm ihre Tour und blieb dabei - das war vor fast 18 Jahren. Gestern feierte Adelbert Schürer seinen 80. Geburtstag und denkt gar nicht daran, den Job an den Nagel zu hängen: Jeden Samstag und Mittwoch schnappt sich der Rentner seinen Handkarren und trägt 277 Zeitungen in der Hermann-Burgdorf-Straße aus.
„Mittlerweile kenne ich alle durch die Bank weg, bei vielen Anwohnern habe ich einen Stein im Brett“, erzählt Adelbert Schürer. „Vor allem bei den Frauen“, scherzt seine Frau Helma.
Das Paar ist seit 57 Jahren verheiratet. 1972 ziehen sie von Hamburg nach Buchholz. Adelbert Schürer arbeitet zunächst als Elektroinstallateur bei der Hapag, später wechselt er in die EDV des Unternehmens. Im Haus in Buchholz wachsen auch ihre zwei Kinder Alex und Annika auf. Seit vier Jahren ist nun schon Enkel Mats der ganze Stolz des Rentnerpaars. Jeden Mittwoch kommt der kleine Dotz zu Besuch.
Wenn Matz den Opa mal nicht auf Trab hält, arbeitet Adelbert Schürer viel im Garten. Der Girsch sei eine echte Plage. Beim Kampf mit dem lästigen Unkraut habe er sich sogar mal einen Muskel im Arm gerissen. „Die Zeitung habe ich dennoch ausgetragen“, so der Rentner. Er wolle schließlich nichts geschenkt, sagt Schürer.
Seit seine Frau Helma erkrankt ist, greift er ihr unter die Arme, wo es nur geht. Kümmert sich um den Haushalt und kocht. „Das macht mir gar nichts aus“, sagt Adelbert Schürer. Von der Erkrankung will sich das Paar nicht die unterkriegen lassen. Früher sind sie viel gereist zum Beispiel nach Mallorca und nach Sylt. Wenn es seiner Frau besser geht, zieht es die beiden immer noch hinaus ins Grüne. „Wir haben uns gefunden und haben uns immer noch, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Adelbert Schürer.