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Im Schnitt 112.000 Kilometer: TÜV-Nord stellt Auswertung der Hauptuntersuchungen vor

TÜV-Prüfer Jens Blanke (Winsen) schaut genau hin (Foto: oh)

Immer mehr Autofahrer verzichten auf wichtige Wartungsarbeiten, so der TÜV-Nord in seinem jüngsten Jahresbericht. Was die TÜV-Prüfer sonst noch herausgefunden haben, lesen Sie hier.



mum. Buchholz/Winsen. Der durchschnittliche Pkw, der an der TÜV-Station im vergangenen Jahr geprüft wurde, war 9,1 Jahre alt und hatte mehr als 112.000 Kilometer auf dem Tacho. Und - wer hätte es gedacht: Der Opel Meriva ist das Fahrzeug mit den geringsten Mängeln. Das teilten jetzt die Leiter der TÜV-Stationen im Landkreis Harburg, Heiko Tamke (Buchholz) und Jens Blanke (Winsen), mit. Die Zahlen in Buchholz und Winsen sind nahezu identisch.
Mehr als 73 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station in Winsen die Hauptuntersuchung absolvierten, bekamen sofort eine neue TÜV-Plakette (in Buchholz waren es 68 Prozent). Bei mehr als 62 Prozent fanden sich gar keine Mängel am Wagen (Buchholz: 51 Prozent). Aber: 26,7 Prozent der in Winsen geprüften Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel. In Buchholz waren es sogar 31,8 Prozent. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer weiteren Prüfung die Plakette auf das Nummernschild und das HU-Siegel in den Fahrzeugschein geklebt werden konnte. Absolut verkehrsunsicher waren nur 0,20 Prozent (Buchholz: 0,06 Prozent).
Die Prüfer stellten fest, dass die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln deutlich angestiegen sei, aber es gebe auch immer mehr Fahrzeuge, die völlig mängelfrei seien. Das sei jedoch nur bedingt auf den schlechteren Zustand der Autos zurückzuführen. „Vielmehr wird bei den TÜV-Prüfungen aktuell nach den Vorgaben der HU 2012 gearbeitet, die vormals geringe Mängel jetzt als erhebliche Mängel eingestuft“, so Blanke. „Die Hersteller bauen gute Autos, die auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel unterwegs sein können. Leider kümmern sich aber zahlreiche Autofahrer nicht genug um die Wartung und die Pflege ihres Fahrzeuges.“ Sie ließen aus Bequemlichkeit oder aus Kostengründen regelmäßige Inspektionstermine verstreichen. Die häufigsten Mängel würden beim Licht, der Elektrik, bei den Bremsen und an den Achsen beziehungsweise den Räder festgestellt.
• Übrigens: Wer noch mit einer orangenen Prüfplakette unterwegs ist, sollte sich schnell einen Termin geben lassen. Mit dem Jahreswechsel ändert sich die Farbe der „fälligen Plaketten“ auf Blau und dann ist schon farblich erkennbar, dass der TÜV überzogen wurde. Nach spätestens zwei Monaten ist ein Bußgeld fällig und später kommen noch Punkte in Flensburg dazu.