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Interview-Versuch mit Möchtegern-Star

Vivien Meitsch und Yannic Lühmann sind die Macher des "Ya-Vi"-Magazins für junge Leser. "Dschungelkönig" Joey Heindle versetzte die WOCHENBLATT-Azubis (Foto: archiv / os)

Wie Ex-Dschungelkönig Joey Heindle zwei WOCHENBLATT-Azubis versetzte

Moment mal

Millionen Zuschauer werden auch an diesem Samstag vor dem Fernseher sitzen, um die RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" anzuschauen. Dass ehemalige Bewohner des Ekel-Camps tatsächlich glauben berühmt zu sein und sich ein entsprechendes Star-Gehabe leisten zu können, obwohl sie nachweislich noch nicht viel auf die Kette bekommen haben, bekamen jetzt die WOCHENBLATT-Auszubildenden Vivien Meitsch und Yannic Lühmann zu spüren. Das versprochene Interview mit Joey Heindle (21) für das Jugendmagazin "Ya-Vi" wurde zum Reinfall: Der "Star" Heindle, in dessen beruflicher Vita eine Ausbildung zum Hilfskoch, Platz 5 beim RTL-Casting "Deutschland sucht den Superstar", der Sieg beim Dschungel-Camp im Jahr 2013 und die Kolumne "Joeys Welt" bei RTL (wo sonst?) stehen, tauchte zum versprochenen Interview-Termin nicht auf, seine gesamte Entourage an Beratern und Management-Verantwortlichen dafür nach und nach ab. 13 Stunden investierten Vivien Meitsch und Yannic Lühmann - ohne Ergebnis. Danke für nichts!
Der Ansatz der beiden Auszubildenden war richtig gut: Für die zweite Ausgabe des "Ya-Vi"-Magazins, das vor allem junge Leser anspricht, wollten sie die Titelgeschichte über Joey Heindle machen. Just zu der Zeit, in dem das Dschungel-Camp Millionen Zuschauer in ihren Bann zieht, sollte der bis dato jüngste Gewinner der Show (damals war er 19 Jahre alt) über seine Erfahrungen berichten. "Wir waren megaglücklich, dass wir Joey für ein Interview bekommen haben", sagt Yannic Lühmann. Verabredet wurde ein Treffen in Osnabrück, Joey Heindle sollte vom Flughafen Münster-Osnabrück anreisen. Vivien und Yannic organisierten einen professionellen Fotografen, gestalteten die Wohnung eines Freundes um.
Was dann kam, war "Ich bin ein Star - und lass euch sitzen". 14 Uhr - der vereinbarte Beginn des Treffens: kein Joey. Anruf beim Management: "Wir schauen, wo Joey steckt." Zweiter Anruf beim Management: "Joey ist auf dem Weg!" Dritter Anruf beim Management: "Das Gepäck von Joey ist verloren gegangen." X-ter Anruf beim Management: Die Handys sind aus. 18 Uhr: Vivien und Yannic haben keinen Bock mehr auf Joey - und fahren frustriert von Osnabrück nach Buchholz zurück. "Wir haben 13 Stunden investiert und 26 Telefonate geführt. Wir hätten den Samstag auch gut anders verbringen können", sagt Yannic. Eine Erklärung oder gar Entschuldigung von Joey: Fehlanzeige. Joey muss in Sachen sozialer Kompetenz wohl noch einiges lernen.
Übrigens: Als Ersatz für den Möchtegern-Star Heindle vereinbarten Vivien Meitsch und Yannic Lühmann ein Interview mit Albert Trovato alias "Alberto". Der bei Jugendllichen beliebte Beatboxer, der 1,4 Millionen Follower auf der Internetplattform Youtube hat, hielt den Termin ein und gab über Skype bereitwillig Auskunft. Was "Alberto" zu sagen hatte, lesen Sie im neuen "Ya-Vi"-Magazin, das in der ersten Februar-Woche an vielen Stellen in Buchholz und Umgebung ausliegt.
Oliver Sander