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Jubiläum für Magdalena und Willi Maiwald aus Hanstedt: Sie sind seit 65 Jahren verheiratet

Seit 65 Jahren verheiratet: Magdalena und Willi Maiwald in ihrem Garten
 
Beim Feuerwehrball hat es Gefunkt: Magdalena und Willi Maiwald bei ihrer Hochzeit vor 65 Jahren
as. Hanstedt. Beim Feuerwehrball 1948 hat es gewaltig gefunkt, drei Jahre später wurde geheiratet. Jetzt feiern Magdalena (87) und Willi (88) Maiwald aus Hanstedt eiserne Hochzeit.
Willi, damals 23 Jahre alt, war gerade in Quarrendorf zu seiner aus Schlesien vertriebenen Familie gestoßen. Bereits eine Woche nach seiner Ankunft traf er auf dem Ball auf Magdalena, die ebenfalls aus Schlesien fliehen musste. „Durch den schlesischen Dialekt habe ich mich sofort bei ihm heimatlich gefühlt“, erinnert sich Magdalena Maiwald. Es folgten gemeinsame Kirchgänge nach Hanstedt und anschließende Schneeballschlachten. Willis Bruder Georg musste ein wenig nachhelfen, bis das Paar zusammen kam. „Ich war einfach zu schüchtern“, sagt Willi.
Durch die gemeinsamen schlesischen Wurzeln hat sich schnell eine Vertrautheit eingestellt, sagen Magdalena und Willi heute. Das Paar sprach Schlesisch miteinander und sang schlesische Lieder. So gaben sie sich gegenseitig Halt in einer schwierigen Zeit, denn beide hatten nicht nur ihre Heimat, sondern auch viele Familienangehörige im Krieg und auf der Flucht verloren.
Drei Jahre waren die zwei ein Paar, bevor Willi seiner Magdalena auf einer Fahrradtour nach Buchholz den Verlobungsring ansteckte. Am 27. Juli 1951 feierten die beiden in kleiner Runde mit Musik und Tanz bei Willis Eltern ihre Hochzeit. Kurz darauf zog das Ehepaar in die erste gemeinsame Wohnung: zwei Zimmer in einem Heuboden, die vom Maurer Willi ausgebaut wurden. In dieser Wohnung lebte die Familie mit den ersten drei von insgesamt zehn Kindern, bevor sie 1956 in ihr Eigenheim nach Hanstedt zogen. In mühsamer Eigenarbeit baute Willi Maiwald das Haus von Grund auf selbst, unterstützt von seiner Familie. Auch die späteren Anbauten, die aufgrund der anwachsenden Kinderzahl notwendig wurde, führte der Familienvater selbst durch. Zusätzlich war er im Hanstedter Gemeinderat, im Gesangsverein und im Pfarrgemeinderat aktiv. Magdalena kümmerte sich um die Kinder und den Haushalt. Für zwölf Leute Kartoffeln schälen, Wäsche waschen - und das zunächst ohne Waschmaschine, Obst und Gemüse im heimischen Garten anbauen und einmachen - es gab immer reichlich zu tun. „Ich habe nie Langeweile gehabt“, lacht sie. Um Haus und Garten kümmern sich jetzt ihre Kinder. Die Umstellung war nicht einfach für Magdalena. „Nichts zu tun zu haben, das hat mir erst gar nicht gefallen“, sagt sie. So backt sie weiterhin Brötchen und Kuchen, weckt Obst und Gemüse ein und geht täglich im Freibad schwimmen.
Das musikalische Paar ist in der Gemeinde der St. Marien-Kirche in Egestorf aktiv und singt im ökumenischen Kirchenchor, sie Alt und er Bass. Willi singt zudem im Männerchor Sahrendorf. Die Liebe zur Musik haben Willi und Magdalena ihren Kindern vererbt. Alle spielen Instrumente, Sohn Klemens leitet den ökumenischen Chor.
Auch wenn das Jubiläum nur im engsten Familienkreis nachgefeiert wird, ist für ein volles Haus gesorgt: Das Paar stößt mit acht Kindern, 22 Enkeln, acht Urenkeln und Anhang auf die 65-jährige Ehe an.