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Lernen wie zu Omas Zeiten

Den Drittklässlern der Mühlenschule standen für ihr Projekt sogar alte Tische, Tafeln und Kleidung zur Verfügung

Kinderkulturpfad: Drittklässler begaben sich für ihr Projekt auf Zeitreise

os. Buchholz. "Ein Glück muss man heute nicht mehr jedes Mal aufstehen, wenn man drangenommen wird", sagt Joyce. Die Drittklässlerin der Buchholzer Grundschule "Mühlenschule" begab sich in dieser Woche mit ihren Mitschülern auf Zeitreise und simulierte in der alten Dorfschule im Museumsdorf "Sniers Hus" den Unterricht von anno dazumal. Er war Teil des Projektes "Kinderkulturpfad", den die Mühlenschule mit Initiatorin Miriam Bonner schon zum vierten Mal durchführt.
Wie berichtet, beschäftigen sich die jeweiligen Drittklässler der Mühlenschule mit einem Themenschwerpunkt und fassen die Ergebnisse in Schautafeln zusammen, die im gesamten Gebiet der Buchholzer Ortschaft Holm-Seppensen aufgestellt werden. Die bisherigen Schwerpunkte waren "Maler und Bildhauer in Holm-Seppensen" (2012), die Herkunft von Straßennamen (2013) und "Altes Handwerk" (2014). Die Schilder zum Thema "Schule" sollen noch vor den Sommerferien aufgestellt werden.
Das Aufstehen bei einer Antwort war für die Schüler nur eine von vielen merkwürdigen Begebenheiten des alten Schulunterrichts. Ungewohnt war auch das Schreiben mit Griffeln auf Tafeln oder die Tatsache, das sich der Lehrer - natürlich nur symbolisch - mitten im Unterricht eine Pfeife ansteckt. "Der Lehrer darf alles", bellte Dietmar Koop, der den Deutsch- und Erdkunde-"Lehrer" genau so überzeugend spielte wie Corinna Hehling die Handarbeits-Lehrerin. Die Inhaberin des Geschäfts "Holz, Ton & Wolle" hatte sich extra freigenommen, um den Schülern die Kniffe von Sticken, Knopflöchern & Co. beizubringen. "In den 1960er Jahren hatten nur die Mädchen Handarbeitsstunden", erklärte Hehling.
Der Geschichts- und Museumsverein Buchholz um den Vorsitzenden Dr. Ehrhard Deisting unterstützte das Projekt wie in den Vorjahren tatkräftig. Er stellte den Raum in der alten Dorfschule zur Verfügung, in der bis 1965 unterrichtet wurde, und stattete diesen mit alten Möbeln aus. Vier Schulbänke kamen vom Freilichtmuseum am Kiekeberg, die Schulkleidung für die Drittklässler wurden vom Schulmuseum in Hamburg geliehen. Detailliert wie kaum ein anderer konnte Hans-Jürgen Förster über die alten Zeiten berichten: Der Vorsitzende der Kinderkrebs Initiative Holm-Seppensen (KKI) wuchs in der alten Dorfschule auf, weil sein Vater dort von 1947 bis 1965 unterrichtete.
Alle Beteiligten waren mit dem Projekt hochzufrieden. "Das war eine runde Sache", lobte Corinna Hehling.