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"Martin Luther war nicht so gemein"

Kita-Leiter Tobias Faße und Erzieherin Sandra Mecklenburg mit Kindern des St. Paulus-Kindergartens (Foto: C. Wöhling)
Kita-Kinder beschäftigen sich mit dem Reformator

kb. Buchholz. „Martin Luther fand es doof, dass man den Leuten das Geld weggenommen hat. Er wollte nicht, dass sie arm sind“, sagt Paulina. „Und wenn ein Mensch etwas Schlimmes getan hat, dann musste er einen Brief kaufen, damit er nicht ins Gefängnis kommt. Das wollte Martin Luther auch nicht. Der war nicht so gemein“, sagt Jakob.
Paulina und Jakob gehen in den Kindergarten der St. Paulus-Kirchengemeinde in Buchholz und haben gemeinsam mit den anderen Kindern viel über das Mittelalter, Martin Luther und das Leben vor 500 Jahren erfahren. Pastorin Brigitte Bittermann von der St. Paulus-Kirchengemeinde und die Erzieherinnen des Kindergartens gemeinsam drei Bibeltage durchgeführt. In allen Kindertagesstätten des ev-luth. Kindertagesstättenverbandes des Kirchenkreises Hittfeld werden die Kinder im Jahr des 500. Reformationsjubiläums etwas zu Martin Luther erfahren.
Natürlich ist es nicht so einfach, drei- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen in wenigen Tagen etwas über das Mittelalter, das damalige Leben und Begriffe wie „Sünde“ zu erklären. „Das ist ihnen alles noch unbekannt“, sagt Tobias Faße, Leiter des St. Paulus-Kindergartens. Und so erzählte Gruppenleiterin Sandra Mecklenburg die Geschichte von Martin Luther anhand eines Bilderbuches und der Handpuppe. Den Buchdruck konnten die Kinder ganz praktisch umsetzen - mit Stempel und Farbe.
„Jeder ist wertvoll auf seine Art und Weise, jeder wird gebraucht mit seinen Stärken und Schwächen. Diese Erkenntnis, die auch Luther antrieb, ist etwas, was die Erzieher schon den Kleinsten vermitteln, ist es doch damals wie heute aktuell“, sagt Antje Puschke, pädagogische Leiterin des Kita-Verbandes Hittfeld, in dem 737 Kinder von 158 Mitarbeitern in zehn Kindertagesstätten betreut werden. In allen Einrichtungen wird Martin Luther in diesem Jahr Thema sein, ob in Projekten, Aktionen, Mittelalterfesten oder mit der Frage, was die Kinder sich von der Kirche wünschen. Diese Wünsche werden auf bunte Zettel geschrieben und kommen auch an die Thesentür des Kirchenkreises Hittfeld, die im Jubiläumsjahr in vielen Kirchengemeinden Station macht.