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Mit 75 in den Ruhestand

Ruheständler Helmuth Liebel mit seinem Schäferhund auf dem heimischen Grundstück in Buchholz-Vaensen

Helmuth Liebel, eine Institution in Buchholz - als Herrenfriseur, Musikmensch und Tierfreund

rs. Buchholz. Dem neuen Jahr sieht Helmuth Liebel mit einer gewissen Angespannheit entgegen. Der Friseurmeister, für den seit seiner Lehrzeit 1954 Schere und Haarschneidemaschine zum verlängerten Arm zählen und der das Gespräch mit den Kunden wie kaum ein Zweiter zu führen weiß, hat sich mit 75 Jahren endgültig aus seinem geliebten Beruf verabschiedet. Heiligabend war nach 60 Jahren Schluss. "Das ist schon irgendwie beunruhigend, dieses Endgültige", sagt der Senior.
Dabei ist das Feld gut bestellt. Bereits vor zehn Jahren hat Tochter Claudia Schwarzer (48) den "Barber Shop" in der Buchholzer Kirchenstraße übernommen, unterstützt durch ihre Schwester und eine Reihe guter Mitarbeiterinnen.
Helmuth Liebel kümmerte sich seither vor allem um seine alten Stammkunden, darunter viele interessante Personen: Politiker und Unternehmer, Zeitungsleute und Millionäre. Aber vor allem Menschen wie du und ich. Und fast alle hatten etwas zu erzählen. Das wird ihm jetzt fehlen.
In ein tiefes Loch wird der Ruheständler aber nicht fallen. Schon weil seine Helga, mit der er 2013 die goldene Hochzeit feierte, ihn da nicht reinfallen lässt. Radfahren und Reisen, das können die beiden jetzt noch ein wenig ungezwungener.
Aber vor allem sind da die viele Hobbys: Mindestens zwei Mal die Woche ist der Senior für die Musik unterwegs - zum Männergesangverein Dibbersen, zum gemischten Chor in Hittfeld oder zum Buchholzer Stadtorchester, mit dem er unter anderem beim kommenden Neujahrsempfang der Stadt Buchholz im Veranstaltungszentrum Empore spielen wird.
Dann ist da noch der regelmäßige Doppelkopf-Abend. Und nicht zuletzt warten zuhause der Schäferhund und die Kaninchen. Seit vielen Jahrzehnten hat Helmuth Liebel sich einen Namen gemacht als Hundeausbilder und Züchter. Und früher war er auch noch als Fußballer beim TuS Nenndorf und im Buchholzer Schützenverein aktiv.
Wie hat der Tausendsassa, der aus Wenzendorf stammt, das alles unter einen Hut gebracht? "Allein bist du nichts", hat Helmuth Liebel schon früh erkannt. Und von Anfang an viel Energie und Zeit in die Ausbildung seiner meist langjährigen Mitarbeiterinnen gesteckt. Das hat sich ausgezahlt.
Eine von ihnen, Eva Hübner (71), ist jetzt mit Helmuth Liebel in den Ruhestand gegangen. Nach rund 39 Jahren im "Barber Shop" und 57 Jahren im Friseurhandwerk. Wie Helmuth Liebel hatte auch sie viele Stammkunden, die 50 Jahre und länger die Treue gehalten haben. Ihnen gilt der besondere Dank der beiden frischgebackenen Ruheständler.