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Miteinander und sehr aktiv

Valentina Fadin (Mitte) und das Team der Kleiderkammer Vahrendorf (Foto: DRK)
ah. Landkreis. Die Lebensfreude von Valentina Fadin steckt an und kommt vielen Menschen zugute. Sie wuchtet in der Kleiderkammer des DRK Ortsvereins Vahrendorf einen blauen Sack voller Kleidung auf den Sortiertisch, hebt ihn an und
leert ihn aus. „Ich mag Leute, ich brauche viele Leute“, lacht die 52-Jährige und greift nach dem nächsten Kleidersack.
Die aus Omsk stammende Russin war eine der ersten Migrantinnen, die aus Friedland nach Vahrendorf gekommen sind. Ihr Beispiel zeigt, wie gegenseitige Hilfsbereitschaft zu gelungener Integration wird.
Die „interkulturelle Öffnung“ ist ein zentrales Anliegen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Ziel ist es einerseits, Zuwanderer für die aktive Mitarbeit im Ehrenamt und im Hauptberuf zu gewinnen. Andererseits sollen sie auch die Angebote des DRK kennenlernen und in deren Genuss kommen.
Sehr viele Kunden der sieben Kleiderkammern und der drei Fundus-Kaufhäuser stammen aus einem nichtdeutschen Kulturkreis. Hier sind auch die meisten ehrenamtlichen DRK-Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln anzutreffen. Und sie halten ihrem jeweiligen Ortsverein oft sehr lange die Treue. Wie Valentina Fadin. Vor 15 Jahren kam die Diplom-Bibliothekarin und ehemalige Direktorin einer großen Bibliothek mit ihrer Großfamilie aus Sibirien nach Deutschland. Sie konnte
kein Wort Deutsch, kannte niemanden und hatte zwei kleine Kinder zu versorgen. Sie hatte nichts mitgebracht. Die Vahrendorfer Familie Kaven sorgte dafür, dass Decken, Geschirr, Kleidung, Bettwäsche und ein paar Möbel für die insgesamt 14-köpfige Großfamilie gespendet wurde.
Seitdem sortiert sie gespendete Kleider und Schuhe in der Kleiderkammer, wann immer ihr Job es erlaubt und gibt sie an Bedürftige aus. Längst spricht sie perfekt Deutsch. Aber sie hat nicht vergessen, dass die ersten Jahre in neuer Umgebung „einfach furchtbar“ waren. Das Ehrenamt und der damit verbundene Kontakt zu anderen Menschen sorgten für ein Gefühl der Zugehörigkeit. „Jeder hilft mir und ich helfe natürlich auch“, sagt sie. Auch Hamidreza Shahinzad ist seit zehn Jahren ehrenamtlich aktiv. Er unterstützt die Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins Winsen und das Fundus-Kaufhaus unermüdlich. Helfen und mit seinem Einsatz bedürftigen Menschen Chancen zu schenken ist damit der Bereich, in dem sich der 58-Jährige außerordentlich engagiert. Der gebürtige Iraner ist beim Team der Kleiderkammer herzlich aufgenommen worden, als er im Jahr 2000 nach Winsen kam. Durch seine Arbeit gibt der studierte ehemalige Banker weiter, was er beim Roten Kreuz an Chancen und Unterstützung selbst erfahren habe, erklärt er. Das „Fundus-Kaufhaus für Alle“ in Winsen ist ein Beispiel für interkulturelle Öffnung, wie sie schon in den Grundsätzen des Roten Kreuzes durch den Begriff der Neutralität festgeschrieben sind. Ehrenamtliche Mitarbeiter aus acht Nationen packen gemeinsam zu, um Menschen aus mindestens ebenso vielen Nationen und Regionen gespendete Kleidung, Spielsachen oder Haushaltsgegenstände zu kleinsten Preisen zugänglich zu machen. Hier spiegelt sich wieder, was schon die Jüngeren im Jugendrotkreuz mit auf den Lebensweg bekommen. Auch diese Gruppen sind multikulturell zusammengesetzt. Gefördert wird das Miteinander auch besonders in den DRK-Kitas mit entsprechendem Bedarf und Umfeld. So werden Erzieherinnen speziell dazu ausgebildet mit Kindern aus aller Herren Länder Sprachförderungen durchzuführen und integrativ zu wirken.