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Modernes Herzkatheterlabor im Krankenhaus Buchholz: Mit innovativer Technologie wird Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen optimal geholfen

Das Team der Sektion Kardiologie und Angiologie im Katheterlabor des Krankenhauses Buchholz: (v. li.) Chefarzt Dr. Werner Raut, Oberarzt Dr. Carsten Tack, Oberarzt Dr. Daniel Hausmann, Oberärztin Claudia Zeiler und Leitender Arzt Dr. Klaus Hertting (Foto: nf)
nf. Buchholz. Mit einer Investition von 2,3 Millionen Euro (davon sind 300.000 Euro vom Land Niedersachsen gefördert) hat das Krankenhaus Buchholz die technischen Voraussetzungen für die optimale Behandlung von Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen in der Sektion Kardiologie und Angiologie (Teilgebiet der Inneren Medizin, welches sich mit Gefäßerkrankungen beschäftigt) noch weiter verbessert: Im neu eingerichteten Katheterlabor stehen jetzt zwei Arbeitsplätze für die invasive Therapie zur Verfügung. Ein Team aus fünf Kardiologen und Angiologen und vier Mitarbeiterinnen unter der Leitung von Dr. Werner Raut und Dr. Klaus Hertting versorgt die Patienten ambulant und stationär.

Krankhafte Veränderungen von Venen und Arterien, die sogenannten Gefäßerkrankungen, gehören zu den häufigsten Todesursachen. Sie können den Blutstrom in den betroffenen Körperregionen einschränken oder blockieren. Koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt und Schlaganfall sind die möglichen Folgen wie auch der Verlust von Gliedmaßen, etwa wenn die peripheren Blutgefäße betroffen sind.

Mit Katheteruntersuchungen unter Röntgendurchleuchtung wird nicht nur ein zuverlässiges Bild vom Zustand der Gefäße gewonnen. In einem Arbeitsschritt sind zugleich auch katheterinterventionelle Eingriffe möglich, um Engpässe zu beseitigen und die Durchblutung wiederherzustellen. Hier einige der wichtigsten Krankheitsbilder und ihre Versorgung im Katheterlabor Buchholz:

Herzinfarkt: Beim Infarkt kommt es zu einem akuten Verschluss einer Herzkranzarterie, meist durch ein Blutgerinnsel. In der Folge stirbt der Herzmuskel ab. In mehr als der Hälfte der Fälle lag vor dem Infarkt eine Veränderung der Gefäßwand durch Ablagerungen aus Fett, Bindegewebe und Kalk (Arteriosklerose) vor.
„In wissenschaftlichen Studien wurde gezeigt, dass die Katheterversorgung von Herzinfarktpatienten gegenüber der medikamentösen Auflösung des Blutstaus, die früher üblich war, die Überlebensrate deutlich verbessert“, sagt Chefarzt Dr. Werner Raut. Seit 2004 gibt es deshalb im Krankenhaus Buchholz das Herzkatheterlabor, dessen technische Möglichkeiten jetzt wesentlich erweitert wurden.
Rund um die Uhr stehen Kardiologen des fünfköpfigen Ärzteteams für Kathetereingriffe bereit. Der Katheter wird über Gefäße der Leiste, der Ellenbeuge oder – in der Mehrzahl der Fälle- über das Handgelenk eingeführt. Durch Kontrastmittel werden die Herzkranzgefäße sichtbar gemacht. Mit Hilfe eines Führungsdrahts wird der Herzkatheter unter Röntgenkontrolle über die Hauptschlagader zum Herzen vorgeschoben. Dort werden die verschlossenen Gefäße mit einem Ballon aufgedehnt. Um die verengte Stelle dauerhaft offen zu halten und abzustützen, wird in den meisten Fällen ein Stent eingeführt, ein kleines Gittergerüst aus Metall oder neuerdings auch aus sich auflösenden Molekülverbindungen.

Koronare Herzkrankheit: Die Katheteruntersuchung kann auch bei Engegefühl in der Brust (Angina Pectoris), einer vorübergehenden Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße infolge von Verkalkung der Gefäße (Arteriosklerose), bei Herzrhythmusstörungen oder ungenügender Pumpleistung des Herzens angezeigt sein. Durch zusätzliche Verfahren wie dem Ultraschall der Herzkranzgefäße oder Druckmessungen kann die Aussagekraft zusätzlich erhöht werden.

Herzschwäche: Die Elektrotherapie mit der Implantation und Überwachung von Herzschrittmachern und Defibrillatoren gehört weiterhin zum Therapiespektrum der Sektion Kardiologie und Angiologie im Krankenhaus Buchholz.
Unklare Brustbeschwerden: Zur Abklärung von unklaren Brustbeschwerden mit der Verdachtsdiagnose Herzinfarkt steht im Krankenhaus Buchholz eine Spezialstation, die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifizierte Chest Pain Unit, zur Verfügung, auf der die Patienten engmaschig überwacht werden.

Periphere Verschlusskrankheiten: Das sind zu 70 Prozent Durchblutungsstörungen der Beine infolge von Arteriosklerose, die häufig im Zusammenhang mit Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck auftritt. Mithilfe der Katheteruntersuchung ist es möglich, die Gefäßblockade festzustellen und zu beseitigen.

Thromben: Die interventionelle Beseitigung von Blutgerinnseln in den arteriellen und venösen Gefäßen gehört ebenfalls zum Therapiespektrum.

Verschluss von Gehirngefäßen und Schlaganfall: Mithilfe von Katheteruntersuchungen werden Gefäßverengungen im Gehirn und in den hirnversorgenden Arterien sowie Aussackungen der Blutgefäße festgestellt und beseitigt. Auch besteht bei einem akuten Schlaganfall die Möglichkeit, diese Gerinnsel mithilfe des Katheters und spezieller Stents zu bergen sowie blutverdünnende Medikamente direkt an die von der Blockade betroffene Stelle im Gehirn zu bringen.