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Muss ich Kaffee holen, oder darf ich schreiben?

Beim Journalismus kommt es auf ständigen Kontakt mit den Bürgern an. Per Telefon holte ich nützliche Informationen ein und führte ein Interview mit dem Austräger der Woche (Foto: tw)

Praktikant Lars Seifert (26) berichtet über seine Zeit in der WOCHENBLATT-Redaktion / Ordentliche Portion Selbstbewusstsein geholt

(ls). „Am 2. Februar war es soweit: Mein Praktikum beim WOCHENBLATT begann. Den Abend davor grübelte ich, ob ich ausschließlich für den Kaffee zuständig sein würde oder auch etwas lernen werde. Nachdem mir das Haus und die Kolleginnen und Kollegen vorgestellt wurden, erhielt ich eine Einführung in die Schreib-Programme. Danach durfte ich schon meinen ersten Text verfassen. Zum Einstieg übte ich mich an den Pressetexten der Feuerwehren und Schützenvereinen. Okay, es waren kleine Texte. Auch die Recherche war bereits erledigt, da ich einen Pressetext vor mir liegen hatte. Aber: Bei welchem Praktikum darf man überhaupt „etwas selber tun“? Hier hat es keine Stunde gedauert. Die dabei entstandenen Texte wurden sogar veröffentlicht. Ich habe einen Teil zur Zeitung beigetragen.
Wenige Tage später übergab mir ein Kollege die Verantwortung, die „Frage der Woche“ zu übernehmen. Es hieß also: Ab auf die Straße. Auf die Menschen zugehen und sie ansprechen. Anfangs bin ich an einigen Passanten vorbei gegangen, da ich nicht wusste, wie ich sie ansprechen sollte (und weil mir etwas der Mut fehlte). Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, auf fremde Menschen zuzugehen. „Darauf haben die meisten doch bestimmt keine Lust“, dachte ich mir. Da aber genau das, das Reden mit Menschen, zum Journalismus gehört, packte mich der Ehrgeiz und ich bekam meine Statements.
Im Laufe des Praktikums begleitete ich Kollegen zu verschiedenen Terminen. Bei den dort geführten Interviews durfte ich mich immer beteiligen. Den Termin zur Eröffnungsfeier des Ausbaus der Meckelfelder Kindertagesstätte durfte ich sogar komplett alleine übernehmen. Mit der Kamera im Gepäck fuhr ich zur Veranstaltung, hörte den Reden zu und machte Fotos. Als Journalist bei einer Veranstaltung zu sein, heißt, die Dinge anders wahrzunehmen. Dabei habe ich gelernt, wichtige Informationen aus den Reden aufzunehmen und später zusammenzufassen. Daraus resultierte mein erster eigenständig recherchierter Artikel.
In der gesamten Zeit habe ich gelernt, wie wichtig die Bürger für die Zeitung sind und wie wichtig die Zeitung für die Bürger ist. Das WOCHENBLATT ist eine Zeitung für Menschen in der Region, über Menschen aus der Region, von Menschen aus der Region.
Mit einer Portion zusätzlichem Selbstbewusstsein und den ersten Erfahrungen im redaktionellen Bereich endet nun mein Praktikum. Vom Kaffee holen war außer in ein paar Witzen übrigens niemals die Rede.“