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Nichts geht mehr: Verkehrsinfarkt im Landkreis Harburg/ Umleitung zur A261 sorgt für langen Stau

In Tötensen geht nichts mehr: Die Verbindungsstraße in Richtung Hamburg ist derzeit voll gesperrt - just zu dem Zeitpunkt, da die Umleitungsstrecke wegen der Vollsperrung der A1 zwischen dem Buchholzer Dreieck und Hittfeld durch die Rosengarten-Gemeinde führt. Folge ist ein weiträumiges Verkehrschaos, das bis nach Tostedt und Hollenstedt reicht
 
Autofahrer diskutieren mit Viktor Brott (Mitte). Anwohnerin Claudia Peschko (re.) sucht die beste Strecke nach Harburg
as. Tötensen. „Wie komme ich denn jetzt nach Hamburg?“, „Wo muss ich denn jetzt lang, um nach Lübeck zu gelangen?“ - im Zuge der Bauarbeiten an der A1 Richtung Hamburg zwischen Buchholzer Dreieck und der Anschlussstelle Seevetal-Hittfeld sorgte die zusätzliche Sperrung der K85 (Bremer Straße) zwischen Tötensen und Lürade am Mittwoch für reichlich Verwirrung bei Autofahrern, die in Richtung Hamburg/Harburg unterwegs waren. Die Bremer Straße wird voraussichtlich bis Montag früh um 5 Uhr gesperrt bleiben.
Die Umleitung:
Wer auf der A1 aus Richtung Bremen nach Richtung Hamburg möchte, soll über die A261 bis zur Anschlussstelle Lürade und von dort über die B75 zur A7, Anschlussstelle Marmstorf fahren. Soweit der Plan. Auf der A261 staut sich allerdings der Verkehr. Um dem Stau zu entgehen, versuchen zahlreiche Fahrer, über die Bremer Straße (K85, ehemals B75) zur Anschlussstelle Marmstorf zu kommen. Um den Durchgangsverkehr aus Tötensen herauszuhalten, wurde aber die K85 nach Harburg gesperrt.
Die Folge:
Auf der Westerhofer Straße (K52, Verbindung zwischen K85 und A261) stauen sich die Autos von der Kreuzung in Tötensen bis zur Grundschule Westerhof - in beide Richtungen. Denn aufgrund von Kanalbauarbeiten ist die Strecke von Tötensen nach Hittfeld über die Straße Zum Sunder (K11) ebenfalls gesperrt.
Viktor Brott von der Baustellen-Service KG aus Hannover, der mit der Sicherung der Absperrung auf der Bremer Straße beauftragt ist, bekam am Mittwoch den Frust der Autofahrer zu spüren. „Hier ist nichts ausgeschildert, im Vorwege wurde nichts kommuniziert“, ärgerte sich ein Autofahrer aus Hamburg. Auch die Anwohner der umliegenden Straßen wurden von der Sperrung überrascht. „Wie soll ich denn jetzt zur Arbeit nach Hamburg kommen?“, fragte sich Rainer Hoppe aus Tötensen. Anwohnerin Claudia Petschko kam zur Absperrung, um in Erfahrung zu bringen, weshalb plötzlich so viel Verkehr durch den Hagemannsweg (eine Nebenstrecke über Beckedorf nach Harburg) fährt. Stattdessen musste sie den verwirrten Autofahrern erklären, wie sie den Weg nach Hamburg finden können.
Auch Regina Lutz, Ortsbürgermeisterin der Ortschaften Tötensen/Westerhof, wurde von der Straßensperrung überrascht. „Grundsätzlich macht es ja Sinn, den Verkehr auf die A7 umzuleiten. Mir ist nur nicht klar, weswegen die Bremer Straße gesperrt wurde, denn der Verkehr staut sich trotzdem“, sagt Regina Lutz.
„Das Problem ist, dass viele Autofahrer bei Stau von den Anschlussstellen abfahren und mit ihren Navigationshilfen nach alternativen Routen suchen, anstatt den von uns ausgewiesenen Umleitungen zu folgen“, sagt Adrian Andres, Leiter der Autobahnmeisterei Hittfeld, gegenüber dem WOCHENBLATT. Teilweise würden die Autofahrer bereits in Rade abfahren und versuchen, Nebenstrecken zu finden. Zudem würden viele Fahrer die an den Sperrungen aufgestellten Schilder wie „Einfahrt verboten - für Anlieger frei“ missachten und trotzdem durchfahren.
Tötensen ist, so scheint es, von Sperrungen umzingelt. „Es sind viele Sperrungen auf einmal, das stimmt. Aber irgendwann muss gebaut werden. Und bei der Erneuerung der A1 müssen wir uns auch mit Hamburg abstimmen“, sagt Adrian Andres.
Mit den Sperrungen soll der Rückstau auf die A7 möglichst gering und der Verkehr aus den Ortschaften herausgehalten werden. „Es war nicht vorauszuahnen, dass die Leute kreuz und quer durch die Gegend fahren, statt der Umleitung zu folgen“, so Andres. Die Autobahnmeisterei habe schon reagiert und mehr Hinweisschilder aufgestellt. „Wenn die Verkehrsteilnehmer die Verkehrsregeln nicht befolgen und trotzdem durchfahren, können wir auch nichts dafür“, sagt Andres.
„Wir hoffen, dass sich die Situation in Westerhof bis Samstag beruhigt hat“, sagt Regina Lutz. Für den Kinderflohmarkt der Grundschule Westerhof könnte es sonst Parkprobleme geben.