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Samtpfoten als Politikum

Aus diesem niedlichen Katzenkind kann schnell ein verwilderter Räuber werden, der zudem für Nachwuchs sorgt (Foto: oh)

Kastrationspflicht für Katzen beschäftigt mittlerweile Kommunen und Niedersächsischen Landtag

(rs). Wenn es um die Unterbringung von streunenden Katzen geht, haben die Tierheime in Niedersachsen zunehmend häufiger ihre Kapazitätsgrenze erreicht oder überschritten. Überall fehlt Geld, um der Katzenschwemme Herr zu werden. Mittlerweile beschäftigt sich die Landesregierung mit der Frage, ob Katzenhalter verpflichtet werden sollen, ihre Tiere zu kastrieren. Der CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke aus Elstorf kritisiert, dass hier mehr versprochen werde, als gehalten werden kann.
Nicht nur Jäger wissen ein Lied von verwilderten Hauskatzen in ihren Revieren zu singen. Auf der Nordseeinsel Borkum ist die Situation bereits derart eskaliert, dass streunende Stubentiger zum Schutz der Vögel durch Jagdberechtigte abgeschossen werden.
Auch in den Kreisen Harburg und Stade sind verwahrloste Samtpfoten seit langem ein großes Problem. Jüngst hat die Samtgemeinde Appensen als erste Kommune der Region eine Kastrationspflicht für Katzen beschlossen. In Stade sind Katzenbesitzer verpflichtet, ihre Tiere auf dem Grundstück zu halten, wenn diese nicht kastriert sind. Über 150 weitere Kommunen in Niedersachsen haben bereits eine vom Deutschen Tierschutzbund empfohlene Regelung zur Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht als Satzung auf den Weg gebracht.
Die rot-grüne Landesregierung hatte eine Regelung zur Kastration von Katzen in ihre Koaltionsvereinbarung geschrieben. Derzeit finanziert das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium ein "Projekt zur Kastration und Kennzeichnung freilebender Katzen", das vom Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Niedersachsen, durchgeführt wird. Die Entscheidung darüber, ob eine flächendeckende Kastrationspflicht für alle Katzen in Niedersachsen eingeführt wird oder die Verordnung nur für bestimmte Regionen oder Tiere gelten wird, soll von den Ergebnissen des Projektes abhängen.
Heiner Schönecke, MdL (CDU), kritisiert den Weg der neuen Landesregierung. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen sehe es danach aus, als wolle die Landesregierung, wenn sie überhaupt eine Verordnung auf den Weg bringe, die Folgekosten den Kommunen aufbürden. Schönecke: „Das heißt, das Land beschließt aufgrund eines Projektes und die Kommunen sollen bezahlen. Sieht so kommunalfreundliche Politik von Rot-Grün aus?“