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Spiel des Monats: Die Portale von Molthar - Kartenspiel mit Charakter

 
Vier Perlenkarten werden offen in der Mitte ausgelegt, darunter zwei Charakterkarten. Jeder Akteur - hier im Beispiel für vier Spieler - erhält ein Tableau
(os). Mit "Wizard" hat der Amigo-Verlag eines der beliebtesten Kartenspiele der vergangenen zwei Jahrzehnte in seinem Programm. In derselben, kleinen Schachtel kommt "Die Portale von Molthar" daher, das WOCHENBLATT-Spiel des Monats April. Für die Akteure geht es darum, Perlenkarten so zu sammeln, dass sie zum richtigen Zeitpunkt für punktebringende Charakterkarten eingesetzt werden können.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Der aktive Spieler hat drei Spielzüge. Dafür stehen ihm jeweils vier Möglichkeiten zur Verfügung:
1. Er nimmt eine der vier offenliegenden Perlenkarten (Wert: 1 bis 8) oder eine verdeckte Karte vom Kartenstapel auf die Hand. Am Ende seines Spielzugs darf er nicht mehr als fünf Karten auf der Hand halten.
2. Er legt alle offenliegenden Perlenkarten auf den Abwurfstapel und legt vom Nachzugstapel neue Karten nach.
3. Er nimmt eine der beiden offenliegenden Charakterkarten oder eine verdeckte vom Nachzugstapel und legt diese auf sein Tableau mit zwei Plätzen. Nimmt er eine dritte Charakterkarte, muss er zunächst eine Charakterkarte von seinem Tableau entfernen.
4. Er aktiviert einen Charakter, indem er die dafür notwendigen Perlenkarten ablegt, z.B. 3,4,5 oder 1,1,7,7. Die Charakterkarte landet als Punktekarte neben dem Tableau. Häufig bieten aktivierte Charakter zusätzliche Funktionen oder bringen Diamanten, mit denen man in den Folgerunden den Wert einer Perlenkarte um 1 erhöhen kann.
Sobald ein Akteur zwölf Siegpunkte aufweist, wird die laufende Spielrunde zu Ende gespielt. Der Akteur, der dann die meisten Siegpunkte hat, gewinnt. Bei Gleichstand entscheidet die Zahl der verbliebenen Diamanten.
Fazit: Unseren Spielerunden hat "Die Portale von Molthar" gut gefallen. Die Regeln sind leicht verständlich, Wartezeiten gibt es kaum - selbst wenn Grübler mit am Spieltisch sitzen. Bahnbrechende neue Mechanismen hat das Spiel nicht zu bieten. Muss es auch nicht, denn die bekannten Mechanismen - Aufträge sichern, Zahlenkarten erfüllen und Zusatzfunktionen nutzen - passen gut zusammen.
Bei "Die Portale von Molthar" kommt es auf gutes Timing an: Nimmt man lieber direkte Siegpunkte, die mit weniger Perlenkarten zu erreichen sind, oder versuche ich eine noch fehlende Perlenkarte zu bekommen, um eine Charakterkarte mit vielen Siegpunkten zu ergattern? So können spannende Wettstreite entstehen, wenn mehrere Akteure auf dieselbe Charakterkarte aus sind - man sollte mit dem Ärger leben können, wenn einem die gewünschte Karte vor der Nase weggeschnappt wird.
"Die Portale von Molthar" ist ein schönes Kartenspiel mit einer guten Mischung aus Planung und Glück sowie einem klasse Preis-Leistungsverhältnis.
Die Portale von Molthar, zwei bis fünf Spieler, ab zehn Jahren, Verlag: Amigo, Autor: Johannes Schmidauer-König, Dauer: ca. 30-45 Minuten, Preis: ca. 12 Euro
Kategorie: Kartenspiel, Familienspiel
Wertung: 7 von 10 Punkten

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