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Spiel des Monats: Imhotep - Auf den Spuren von Ägyptens großem Baumeister

 
Die fünf Spielorte werden bereitgelegt, ebenso die Siegpunkttafel, der Steinbruch und die Schiffe
(os). Imhotep soll eines der ersten Universalgenies der Welt gewesen sein. Er verantwortete zahlreiche Bauten eindrucksvoller Pyramiden. Bei "Imhotep", dem WOCHENBLATT-Spiel des Monats September, übernehmen die Akteure die Rolle von Baumeistern. Ihr Ziel: Schiffe so lotsen, dass ihre Bausteine auf den wertvollsten Bauplätzen landen.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Die Spieler versuchen, ihre Bausteine gewinnbringend per Schiff an einen der fünf Bauplätze zu transportieren. Der aktive Spieler macht genau eine Aktion, für die er vier Auswahlmöglichkeiten hat:
1. Er besorgt sich aus dem Steinbruch drei Bausteine seiner Farbe. Achtung: Auf seinem Spielertableau ist nur Platz für fünf Bausteine.
2. Er legt einen Baustein auf ein beliebiges freies Feld auf einem Schiff. Das muss nicht die vorderste Position sein. In jeder der sechs Spielrunden stehen den Akteuren vier Schiffe mit unterschiedlicher Ladekapazität (ein bis vier Bausteine) zur Verfügung.
3. Er zieht ein beliebiges Schiff in einen Hafen (jedes Schiff muss mit einer Mindestzahl an Bausteinen beladen sein). Dabei darf er auch ein Boot bewegen, in dem er nicht mit eigenen Bausteinen vertreten ist - das kann sinnvoll sein, um einem Gegenspieler den Zugriff auf (zu) viele Siegpunkte zu vermasseln.
4. Er spielt eine blaue Aktionskarte. Diese Aktion ist erst möglich, wenn der Spieler bereits am Markt angelandet ist und dort eine blaue Karte nehmen durfte.
An diese fünf Plätze können die Schiffe gezogen werden:
1. Am Markt kann sich der Spieler, dessen Baustein sich am Bug des anlandenden Schiffes befindet, zuerst eine Aktionskarte nehmen. Diese werden sofort eingelöst (rote Karten), im Laufe des Spiels (blaue Karten) oder geben am Ende des Spiels Siegpunkte (lilafarbene und grüne Karten). Als Zweiter darf sich der Akteur, dessen Baustein an zweiter Stelle im Boot liegt, eine der übriggebliebenen Karten nehmen usw.
2. Die Pyramide wird nach einem vorgegebenen Muster errichtet. Jeder abgelieferte Baustein gibt sofort Siegpunkte - zwischen einem und vier.
3. Der Tempel wird am Ende jeder Spielrunde gewertet. Pro Baustein seiner Farbe, die man in der Draufsicht sieht, erhält jeder Akteur einen Siegpunkt.
4. Beim Obelisken versucht jeder Spieler, bis Ende des Spiels das höchste Bauwerk zu errichten. Dafür gibt es besonders viele Siegpunkte. Auch die Architekten der nächsthöheren Obeliske werden mit (weniger) Siegpunkten belohnt.
5. In der Grabkammer wird ebenfalls nach einem vorgegebenen Muster gebaut, Die Akteure versuchen, eine möglichst große zusammenhängende Fläche mit eigenen Bausteinen zu schaffen. Je größer die Fläche, desto mehr Siegpunkte gibt es - z.B. zehn Siegpunkte für eine Fläche von vier Bausteinen einer Farbe und 15 Siegpunkte für eine Fläche von fünf Bausteinen.
Das Spiel endet nach der sechsten Spielrunde, nach deren Wertung noch eine Endwertung erfolgt. Wer die meisten Siegpunkte ergattert hat, gewinnt die Partie.
Fazit: "Imhotep" hat mir sehr gut gefallen. Es findet den perfekten Mix aus einfachen Regeln - diese benötigen nur zwei Seiten - und einer großen Spieltiefe. Es gibt viele Wege zum Sieg, und das ist gut so. Die großen Bausteine aus Holz tun ein Übriges.
Was ich besonders gut finde: Die fünf Ortstafeln haben eine A- und eine B-Seite, durch die sich der Weg zu Siegpunkten signifikant ändert. Man kann fast sagen: Mit den beiden Seiten hat man zwei "Imhotep"-Spiele in einer Schachtel mit einem gänzlich anderen Spielgefühl. Kann man auf der A-Seite einen Gegenspieler richtig ärgern, wenn man ein Schiff zu einem ganz anderen Ort zieht als von diesem geplant, hat das auf der B-Seite weit weniger Auswirkungen. Hier geht es eher darum, möglichst viele eigene Bausteine auf die Schiffe zu bekommen. Daumen hoch für dieses Familienspiel mit leichtem taktischem Anteil!
Imhotep, zwei bis vier Spieler, ab zehn Jahren, Verlag: Kosmos, Autor: Paul Walker-Harding, Dauer: ca. 45 Minuten, Preis: ca. 25 Euro
Kategorie: Familienspiel, leichtes Strategiespiel
Wertung: 8,5 von 10 Punkten

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