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Spiel des Monats: Mit List und Tücke - Hauen und Stechen am Hof

 
Jeder Spieler erhält zwei Handkarten mit heller und dunkler Rückseite, die verbleibenden Karten kommen in die Mitte. An den Rand werden die Einflussplättchen und die Übersichtskarten gelegt
(os). Die Giftmischerin bringt den Bischof und den Abt um die Ecke, der Meuchler hat es auf König und Königin abgesehen, der Scharfrichter mag keinen anderen Charakter - bis auf die Heilige. Klingt böse, ist aber nur die Zutat für "Mit List und Tücke", das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Januar. Es geht um Ränke am Hof, jeder versucht seine Karten durchzubringen und wertvolle Einflussplättchen zu sammeln.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Gespielt wird in vier Runden, Kapitel genannt, in denen jeder Akteur reihum jeweils vier Handkarten spielt. Jede Handkarte repräsentiert einen tierischen Charakter mit einer besonderen Fähigkeit.
Vor jedem Kapitel sucht sich jeder Spieler eine Karte mit heller Rückseite aus, die er an seinen linken Nachbarn weitergibt. Die andere Karte behält er selbst. Genauso wird mit den Karten mit dunkler Rückseite verfahren, nur dass diese an den rechten Nachbarn weitergereicht wird. So kennt man zumindest einen Teil der Handkarten der Gegenspieler.
Der Startspieler spielt nun eine Handkarte offen aus und führt sofort die dazugehörige Aktion aus, z.B. darf sich die Hexe alle Karten eines beliebigen Mitspielers ansehen. Dann ist der nächste Akteur an der Reihe. Hat jeder eine Karte gespielt, wird geschaut, wessen Handkarte die höchste Kennzahl hat. Dieser Spieler ist der Startspieler für die zweite Runde des Kapitels. Das Böse: Wird ein Charakter beseitigt, müssen alle bis dahin gespielten Handkarten umgedreht werden und bringen in diesem Kapitel keine Einflussplättchen. Nach jeweils vier gespielten Karten endet ein Kapitel, dann schaut jeder Spieler, welche Charaktere er durchgebracht hat. Er nimmt sich die entsprechenden Einflussplättchen - es gibt blaue, grüne und gelbe - aus dem Vorrat.
Auf diese Weise werden vier Kapitel gespielt, dann erfolgt die Endwertung. Dort ist jedes Einflussplättchen so viele Punkte wert, wie Einflussplättchen der Farbe übrig geblieben sind. Hinzu kommen Plättchen, die man erhält, wenn man einen gegnerischen Charakter beseitigt. Jedes ist einen Punkt wert. Wer dann die meisten Zähler hat, gewinnt die Partie.
Fazit: "Mit List und Tücke" hat seinen Namen zurecht. Man darf nicht zimperlich sein und muss alles versuchen, gegnerische Karten aus dem Spiel zu bekommen.
In der Spielregel steht: "Um das Spiel kennenzulernen, sollte man im ersten Kapitel am besten einfach drauf losspielen. Dabei lernt man die verschiedenen Charaktere am einfachsten kennen." Diesen Hinweis kann ich nur unterstreichen: Die erste Runde gleicht tatsächlich einem Blindflug, da man die Auswirkungen der 20 verschiedenen Charaktere überhaupt nicht einschätzen kann. Ich mag diese Herausforderung, für andere Spieler in unseren Spielrunden war diese Einstiegshürde aber so hoch, dass sie die zweite Partie eher widerwillig spielten.
Wer die Einstiegshürde nimmt, den erwartet ein sehr gutes Kartenspiel, das trotz der minimalen Ausstattung mit nur 20 Handkarten großen Spielspaß verspricht. Wer sich in "Mit List und Tücke" erst einmal reingefuchst hat, kann es auch in weniger als 30 Minuten spielen. Erwähnt werden muss noch die herausragende, fantasievolle Grafik von Imelda und Franz Vohwinkel.
Mit List und Tücke, drei bis vier Spieler, ab zwölf Jahren, Verlag: Kosmos, Autor: Michael Rieneck, Dauer: ca. 30 Minuten, Preis: ca. 13 Euro
Kategorie: Familienspiel, Kartenspiel, leichtes Taktikspiel
Wertung: 7 von 10 Punkten

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