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Spiel des Monats: Rialto - mit geschickten Zügen zu Ansehen und Einfluss

Unser Spiel des Monats Oktober: Rialto aus dem Hause Pegasus
(os). Die Spielebranche boomt: In diesem Jahr rechnen die Verlage der klassischen Brettspiele und Puzzles mit einem Gesamtumsatz von mehr als 400 Millionen Euro. Um Ihnen im Wust der Gesellschaftsspiele zu helfen, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Spiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats". Das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Oktober ist "Rialto".
Venedig ist die Stadt der Brücken und Gondeln. Beides spielt in "Rialto" eine Rolle. Mit Hilfe von Brücken- und Gondel-Kärtchen macht man die sechs Stadtteile Venedigs wertvoll. Wenn es einem dann gelingt, durch geschicktes Ausspielen seiner Handkarten viele Ratsherren in die besonders wertvollen Stadtteile zu bekommen, steht dem Sieg nichts im Wege.
Spielablauf: Das Spiel verläuft in sechs Runden, die in jeweils drei Phasen aufgeteilt sind. In jeder Runde steht einer von sechs Stadtteilen Venedigs im Mittelpunkt.
In Phase eins erhalten die Spieler Handkarten. Es werden Stapel mit jeweils sechs Karten hingelegt, und zwar eine Reihe mehr als Akteure beteiligt sind. Beginnend mit dem Startspieler, sucht sich jeder Akteur einen Stapel aus. Hinzu kommen zwei Handkarten vom verdeckten Nachziehstapel. Danach muss jeder die Zahl seiner Handkarten auf sieben reduzieren, es sei denn, er kann dieses Gebot durch ein grünes Gebäude umgehen.
In Phase zwei wird nacheinander jeder Kartentyp gespielt. Wer die meisten Karten eines Typs spielt, erhält einen Mehrheitenbonus. In dieser Phase dürfen gelbe Gebäude genutzt werden.
Zuerst ist die Sparte "Doge" an der Reihe: Für jede ausgespielte Karte rückt man ein Feld auf der Dogenleiste vor. Diese bestimmt die Reihenfolge zu Beginn einer Runde und löst ein Unentschieden auf. Mehrheitenbonus: Der Spieler mit den meisten Karten darf ein Feld zusätzlich auf der Dogenleiste vorrücken. Die weiteren Kartentypen:
Geld: Für jede Karte erhält man eine Münze. Diese braucht man, um seine Gebäude zu aktivieren. Mehrheitenbonus: eine Münze mehr.
Gebäude: Für die Anzahl der ausgespielten Karten darf man sich ein Gebäude bauen, das einem Vorteile verschafft (z.B. eine Karte mehr auf der Hand behalten oder drei Siegpunkte nehmen). Mehrheitenbonus: Man darf ein Gebäude kaufen, das um eine Stufe teurer ist als die Anzahl der gespielten Karten.
Brücke: Für jede Karte erhält man einen Siegpunkt. Wer keine Brücke spielt, verliert einen Siegpunkt. Mehrheitenbonus: Das oben liegende Brückenplättchen darf auf ein freies Feld zwischen zwei beliebige Stadtteile gelegt werden. Zudem gibt es einen zusätzlichen Siegpunkt.
Gondel: Jeder Akteur erhält pro Karte einen Ratsherrn aus dem allgemeinen Vorrat und legt ihn/sie auf sein persönliches Tableau. Mehrheitenbonus: Ein Gondelplättchen wird auf ein freies Feld zwischen zwei beliebige Stadtteile gelegt. Zudem gibt es einen zusätzlichen Ratsherrn.
Ratsherr: Pro Karte wird ein eigener Ratsherr vom eigenen Tableau in den aktuellen Stadtteil gezogen.
In Phase drei dürfen blaue Gebäude genutzt werden.
Auf gleiche Weise verlaufen die nächsten fünf Runden. Dann erfolgt die Endwertung: Neben Geld und Gebäuden bringen die eigenen Ratsherren Siegpunkte. Jeder der sechs Stadtteile wird gewertet. Die Summe der Brückenplättchen ergibt den Wert des Stadtteils. Der Spieler mit den meisten Ratsherren erhält diese Summe als Siegpunkte. Der Zweitplatzierte erhält die Hälfte der Punkte (abrunden!), der Dritte die Hälfte des Zweiten usw. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie.
Fazit: Unserer Spielerunde hat "Rialto" sehr gut gefallen. Es spielt sich flüssig, die Wartedauer ist überschaubar. Ich war etwas skeptisch, nachdem ich zuvor die beiden starken Spiele desselben Autoren - Brügge und Bora Bora - gespielt hatte und "Rialto" in verschiedenen Rezensionen eher zurückhaltend bewertet wurde. In den Probepartien wurden meine Zweifel zerstreut: "Rialto" muss sich nicht verstecken und ist ein starkes Spiel.
Im ersten Spiel kann es passieren, dass man die Folgen eines Zuges nicht richtig einschätzt und etwas später ein "Aha"-Effekt eintritt, weil einem z.B. ein einziger Ratsherr zur Mehrheit in einem Stadtteil fehlt. Macht nichts! Ab der zweiten Runde macht man diesen Fehler nicht mehr.
"Rialto" ist ein sehr gutes Spiel eines hervorragenden Autoren. Ich spiele es immer wieder gerne mit!
Rialto, zwei bis fünf Spieler, ab zehn Jahren, Verlag: Pegasus Spiele, Autor: Stefan Feld, Dauer: ca. 60 Minuten, Preis: ca. 30 Euro
Kategorie: Familienspiel, Taktikspiel
Wertung: 8 von 10 Punkten