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Spiel des Monats: Skyliners - Auf den Blickwinkel kommt es an

 
Unser Beispiel zeigt ein Spiel zu zweit: Rot und grün erhalten jeweils 16 Gebäudeteile, zwei Dächer, einen Park, Antennen sowie die fünf Tippkarten
(os). Das Foto "Mittagspause auf einem Wolkenkratzer" von Charles C. Ebbets aus dem Jahr 1932 ist weltberühmt. Es zeigt elf Männer, die während des Baus des Rockefeller Centers in New York ihre Mittagspause auf einem Stahlträger machen und ihre Füße in mehr als 200 Metern Höhe baumeln lassen. Für das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Februar, "Skyliners", haben die Grafiker die "Mittagspause auf einem Wolkenkratzer" als Vorbild genommen und auf dem Cover mit drei Bauarbeitern nachempfunden.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Die Spieler bauen mit Plastikteilen eine Stadt mit Hochhäusern auf. Das Besondere: Jeder Akteur sieht die entstehende Skyline aus einer anderen Perspektive.
Die Regeln sind denkbar einfach: Der aktive Spieler baut zunächst ein Gebäudeteil, ein Dach oder einen Park. In seinem zweiten Zug kann er wahlweise ein weiteres Mal bauen oder eine Plankarte einsetzen. Damit tippt der Spieler für jede der fünf Baureihen, wie viele Gebäude er in dieser am Ende der Partie sehen wird.
Hier deutet sich bereits das Reizvolle bei "Skyliners" an, denn es kommt bei diesem Spiel auf die Perspektive an. Sieht zum Beispiel ein Akteur fünf Gebäude in Reihe A - zwangsläufig mit dem höchsten Haus am Ende dieser Reihe-, so blickt der Spieler auf der gegenüberliegenden Seite des Spielbretts in der Reihe gleich auf das höchste Gebäude. Die Häuser dahinter kann er nicht sehen.
Mit Dächern kann man den Hochhausbau abschließen, Parks sind die niedrigsten Bauteile. Das Spiel endet, wenn ein Akteur keine Gebäudeteile mehr hat. Dann wird die aktuelle Runde zu Ende gespielt und eine Endwertung durchgeführt. Dabei werden die abgegebenen Tipps in umgekehrter Reihenfolge gewertet: Stimmt die Vorhersage, erhält der betreffende Spieler die Anzahl der Häuser, die er in dieser Reihe sieht, als Siegpunkte gutgeschrieben. Zudem darf er auf jedes Gebäude der Reihe eine Antenne setzen. Jede Antenne ergibt zum Schluss ebenfalls einen Siegpunkt. Am Ende wird noch geschaut, in welchem Stadtteil, bzw. welchen Stadtteilen, das höchste Gebäude steht. Der Akteur bzw. die Akteure, die zu Beginn der Partie eine Karte mit dem entsprechenden Stadtteil gezogen haben, erhalten noch einmal drei Siegpunkte. Wer dann die meisten Zähler ergattert hat, gewinnt die Partie.
Fazit: "Skyliners" ist ein schönes Familienspiel, das vor allem von der beschriebenen Besonderheit mit dem Blickwinkel lebt. Man muss immer auf der Hut sein, dass seine abgegebenen Tipps am Ende auch erfüllt werden. Ohne die damit verbundenen Siegpunkte hat man keine Chance, die Partie für sich zu entscheiden.
Die Regeln sind sehr einfach und schnell erklärt. Der Verlag hat sich entschieden, in den Regeln zunächst eine Einstiegsvariante ohne Plankarten zu präsentieren. Meiner Meinung nach ist das unnötig: Das Spiel ist auch mit den Plankarten so leicht zu verstehen, dass man sofort damit loslegen sollte.
Das Spiel selbst eignet sich vor allem für Gelegenheitsspieler, die ohne viele Grübelei Spaß haben wollen. Für Vielspieler gibt es auf Dauer zu wenig Wahlmöglichkeiten, oder wie es meine Tochter formulierte: "Richtig viel Abwechslung gibt es ja nicht bei Skyliners."
Ein Wort noch zum Material: Die Plastikteile passen gut zusammen, die entstehende Skyline ist ein Hingucker. Weniger gelungen finde ich die Zählleiste am Kartonrand, auf dem der jeweilige Punktestand abgetragen wird. Die dafür gedachten Papp-Möwen sind nicht robust genug, zudem passen sie bei einem Gleichstand von mehr als zwei Spielern nicht nebeneinander.
"Skyliners" ist für mich ein einfaches Familienspiel ohne viel Tiefgang, das man zu Beginn oder zum Abschluss eines Spieleabends gut auf den Tisch bringen kann.
Skyliners, zwei bis vier Spieler, ab acht Jahren, Verlag: Hans im Glück, Autor: Gabriele Bubola, Dauer: ca. 30 Minuten, Preis: ca. 39 Euro
Kategorie: Familienspiel in 3-D-Optik
Wertung: 6,5 von 10 Punkten

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