Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Spiel des Monats: Tumult Royal - Wer baut die meisten Statuen?

 
Unser Beispiel zeigt ein Spiel für zwei Akteure: Spieler blau und Spieler lila fangen mit einer Statue auf einem Wiesenfeld an
(os). Für "Tumult Royal" - das WOCHENBLATT-Spiel des Monats März - hat sich Erfolgsautor Klaus Teuber (Siedler) seinen Sohn Benjamin ins Boot geholt. Das rasante Familienspiel ist die erste Ko-Produktion von Vater und Sohn - und eine sehr gelungene dazu.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Die Spieler übernehmen die Rollen von Adeligen, die nur eines im Sinn haben: Möglichst viele Statuen mit ihrem Antlitz im Land zu verteilen. Dafür stehlen sie ihrem Volk Rohstoffe. Doch Vorsicht: Wer zu gierig ist, den bestraft das Volk mit einem Tumult - oder sogar mehreren.
Eine Spielrunde besteht aus sieben Phasen: Zunächst wird mithilfe der "Tumultscheibe" ermittelt, wie viele Rohstoffe die Adelige ihrem Volk übrig lassen müssen. Das sind jeweils zwei und fünf Rohstoffe von Marmor, Broten und Werkzeugen.
Die zweite Phase ist die entscheidende bei "Tumult Royal". Innerhalb von 20 Sekunden sammeln die Akteure zeitgleich Rohstoffplättchen. Dafür nehmen sie ein verdecktes Plättchen auf uns sehen sich an, welche Rohstoffe es zeigt. Benötigen sie es für einen Bau, nehmen sie es zu sich. Ansonsten legen sie das Plättchen auf den Tisch zurück. Auf jedem Plättchen gibt es einen bis drei Rohstoffe jeweils einer Sorte. Vor der Raubphase haben die Akteure in Ruhe überlegt, welche Rohstoffe sie benötigen, um ihre Statuen zu bauen.
In der dritten Phase gibt es u.U. Tumulte. Dafür werden die nicht gestohlenen Rohstoffplättchen umgedreht und dann ermittelt, wie viele Rohstoffe übrig bleiben. Sind es gleich viele oder mehr als zu Beginn mit der Tumultscheibe ermittelt, ist alles gut. Das Volk ist zufrieden. Bleiben aber nicht genug Rohstoffe übrig, bricht ein Tumult aus. Der gierigste Spieler muss alle Rohstoffplättchen dieser Rohstoffart bis auf das niedrigste abgeben und verliert zudem drei Gefolgsleute. Bis zu drei Tumulte können so in jeder Runde geschehen - je einer für Marmor, Brote und Werkzeuge.
In der vierten Phase bauen die Adeligen ihre Statuen - und zwar jeweils auf einem benachbarten Feld zu einer bereits gebauten eigenen Statue. Für eine Statue auf einer Wiese werden z.B. ein Brot und ein Marmor fällig. Bezahlt der Adelige mehr Rohstoffe als notwendig, erhält er zusätzliche Gefolgsleute. In Dörfern dürfen die Adeligen sofort zwei Statuen errichten, in Städten sogar drei Statuen.
In der fünften Runde werden die Ränge neu verteilt. Der Akteur mit den meisten Gefolgsleuten wird zum neuen König, der mit den zweitmeisten Gefolgsleuten wird Herzog, es folgen der Fürst und der Graf. Der neue König darf eine Statue in die Ahnengalerie stellen, verliert aber fünf Gefolgsleute (so angesehen ist der König dann doch nicht).
Der Akteur mit den wenigsten Statuen erhält noch die Karte "Gnade des Volkes". Diese wirkt in der kommenden Runde. Bricht dann ein Tumult aus, ist der Spieler nicht davon betroffen, wenn er gemeinsam mit einem anderen Akteur der gierigste Spieler war.
Ab der sechsten Spielrunde kann das Spiel enden, und zwar, wenn ein Spieler acht oder mehr Statuen mehr gebaut hat als ein Konkurrent. Ansonsten werden weitere Spielrunden absolviert. Nach der zehnten Runde endet die Partie in jedem Fall. Es siegt, wer die meisten Statuen errichtet hat.
Fazit: Uns hat "Tumult Royal" in jeder Konstellation sehr gut gefallen. Besonders gelungen finde ich den Mechanismus der Rohstoffbeschaffung: Im Gegensatz zu anderen Spielen erfolgt diese nicht durch Einsetzen eigener Figuren ("Worker-Placement"), sondern durch die turbulente Klauphase. Die macht richtig Spaß, zumal man immer abwägen muss, ob ich mir den Klau eines weiteren Rohstoffplättchens noch leisten kann oder Gefahr laufe, in einen Tumult zu geraten. Das sollte man vermeiden, weil man durch die Abgabe der Plättchen häufig gar nichts bauen kann in dieser Runde.
Wer ein Familienspiel mit einer sehr guten Balance aus Planung und Glück, ruhigem Tun und rasanter Rohstoffbeschaffung sucht, der ist bei "Tumult Royal" genau richtig aufgehoben.
Tumult Royal, zwei bis vier Spieler, ab zehn Jahren, Verlag: Kosmos, Autoren: Klaus Teuber/Benjamin Teuber, Dauer: ca. 30-40 Minuten, Preis: ca. 30 Euro
Kategorie: Familienspiel
Wertung: 8,5 von 10 Punkten

Lesen Sie auch die Rezensionen von:
Skyliners
Gipfelstürmer
La Granja
Vienna
Spinderella