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Stadt Buchholz verbietet kurzzeitige Anbringung eines Gedenkplakates an die Greuel des Faschismus in Deutschland

Teilnehmer der Kundgebung vor dem Kriegs-Mahnmal in der Buchholzer Innenstadt (Foto: oh)
bim. Buchholz. Die Heidebahn zwischen Buchholz und Soltau/Hannover war in den Jahren der Naziherrschaft wichtiges Transportmittel für Gefangene zwischen den KZ Neuengamme und Bergen-Belsen. Mit diesem Thema beschäftigten sich kürzlich Teilnehmer eines internationalen Workcamps, darunter 40 Jugendliche, in der Antifaschistischen Begegnungsstätte Heideruh in Buchholz.
Nach einer Gedenkfeier am Buchholzer Bahnhof, bei der Zeitzeugin Esther Bejarano (89) sprach, die zwei Konzentrationslager überlebt hat, sollte ein Gedenkplakat auf einer Tafel aufgestellt werden - für sechs Wochen. Doch das habe die Stadt Buchholz aus "formellen" Gründen verboten, so die Veranstalter, die das für peinlich und nicht nachvollziehbar halten.
Nicht ganz grundlos. "In einer Rede zum Holocaust-Gedenktag 2013 betonte der scheidende Bürgermeister Wilfried Geiger die Wichtigkeit des Erinnerns und des Gedenkens. Er begrüßte, dass sich junge Bürger aus der Region mit diesem wichtigen Thema befassen. Doch nach eineinhalb Jahren sind diesen Worten noch keine Taten gefolgt", kritisieren Bea Trampenau und ihre Mitstreiter aus der Heideruh. Sie fragen: "Wann wird die Stadt Buchholz einen würdigen Gedenkort an die Opfer der Naziherrschaft gestalten?"
Aus Protest gegen das Versagen der Erlaubnis trugen die Teilnehmer die "verbotene Gedenktafel" im Rahmen einer Spontandemonstration vom Bahnhof zum Marktplatz und zum Kriegerdenkmal.