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Und plötzlich war es dunkel: Stromausfall legt Dorf lahm

Kabelschaden sorgt für Total-Ausfall in Holm-Seppensen / Kunden mussten Geschäft verlassen.

Gerade hatte ich die Schokolade in den Einkaufswagen gelegt, da konnte ich schon nicht mehr die Hand vor Augen sehen! Wie etwa 20 andere Kunden stand ich am Mittwochabend hilflos zwischen Süßigkeiten und Konservendosen. Im Penny-Markt ging plötzlich das Licht aus. Stromausfall in Holm-Seppensen, einem kleinen Dorf nahe Buchholz.
„Alle bleiben stehen, wo sie sind“, rief eine Mitarbeiterin. Dabei dachte bestimmt niemand in diesem Moment daran, auch nur einen Schritt zu gehen. Fünf Minuten später - es breitete sich bereits leichte Panik aus - hatten viele Kunden dank ihres Handy-Lichts zumindest den Weg zur Kasse gefunden. Die Mitarbeiterin bat uns jetzt alle, das Geschäft zu verlassen. Die Einkaufswagen sollten wir stehen lassen. Ärgerlich für die, die gerade ihren kompletten Wochen-Einkauf vor sich her geschoben hatten. Doch bei Penny ging nichts mehr: kein Strom, keine Kasse.
Selbst draußen vor dem Geschäft war alles finster - mit Ausnahme der vorbeifahrenden Autos, deren Scheinwerfer für etwas Licht sorgten. Tatsächlich war nahezu der gesamte Ortskern von Holm-Seppensen ohne Strom. In den Häusern sah man Taschenlampen und Kerzen aufblitzen.
„Eine Spannungsleitung war ausgefallen“, sagt mir Jan Bauer, Sprecher der Buchholzer Stadtwerke, am nächsten Tag. Das habe dazu geführt, dass es ab 18.30 für etwa 40 Minuten in Holm-Seppensen finster war. Die Stadtwerke-Mitarbeiter hätten schnell reagiert und die Leitung vor Ort überbrückt. „Jetzt wird nach dem beschädigten Kabel gesucht“, so Bauer. Bis auf 100 Meter könne man die Stelle lokalisieren. In der Regel würden Erdarbeiten zu Kabelschäden führen. „Leider können diese aber auch zehn Jahre her sein“, so der Sprecher. Das Wasser würde langsam in die Leitung eindringen, dann käme es zu einem Kurzschluss.
Strom-Experten gehen davon aus, dass es in Zukunft häufiger zu solchen Vorfällen kommen wird. Die Netze seien 30 bis 40 Jahre alt. Inzwischen würde jeder vierte Haushalt seinen eigenen Strom produzieren. Nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa stehe vor großen Herausforderungen.
Könnte es sein, dass der Strom in Deutschland auch für mehrere Tage ausfällt? Die Verantwortlichen eines Landkreises in der Metropolregion Hamburg befürchten das offensichtlich. Es heißt, im März gebe es eine Groß-Übung, wo genau dieses Szenario mit Feuerwehr, Rettungskräften und Behörden geprobt werden soll.
Sascha Mummenhoff