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Vernachlässigte Katzen bleiben vorerst in "U-Haft"

Denise Ermisch aus dem Tierheim-Team mit Kalle (li.) und Snoopy
bim. Buchholz. Das ist paradox: Fünf vernachlässigte Katzen haben im Buchholzer Tierheim eine vorübergehende Bleibe gefunden, weil ihre psychisch kranke Besitzerin mit deren Pflege offenbar überfordert war. Inzwischen gibt es auch tierliebe Menschen, die den Tieren ein schönes Zuhause bieten würden. Doch vermittelt werden dürfen die Samtpfoten vorerst nicht.
Die etwa drei bis fünf Jahre alten Katzen heißen im Tierheim Kalle, Chief, Snoopy, Barry und Lola. "Sie waren bereits Anfang Februar für eine Woche bei uns. Die Polizei rief wegen der Sicherstellung der Katzen bei uns an, weil Gefahr in Verzug war", berichtet Tierheimmitarbeiterin Sandra Bienek. Weil die Besitzerin die Tiere eine Woche lang allein in der Wohnung zurückgelassen habe, hätten Ordnungsamt- und Veterinäramt die Sicherstellung der Katzen angeordnet.
Ihre Kolleginnen, die mit vor Ort waren, seien vom Zustand der Wohnung geschockt gewesen, hätten Tränen in den Augen gehabt beim Anblick der verwahrlosten Tiere und sich fast übergeben aufgrund des Gestanks und des ganzen Drecks im Haus, erzählt Sandra Bienek. Doch nachdem die Besitzerin alles Nötige mit dem Ordnungsamt geklärt habe, seien ihr die Katzen wieder übergeben worden.
Ende Februar wurden die Tiere erneut behördlich "einkassiert" und dem Tierheim übergeben.
"Wer mit sich selbst nicht klarkommt, ist nicht in der Lage, sich um fünf Katzen zu kümmern", ist die Tierheimmitarbeiterin überzeugt. Dennoch muss jetzt erst der medizinische Zustand der Besitzerin geklärt werden und ob sie die Tiere zu einem späteren Zeitpunkt zurück erhält. Darum dürfen die Tiere auch nicht vermittelt werden.
Im Tierheim befürchtet man, dass die verantwortliche Kommune - in diesem Fall die Samtgemeinde Hanstedt - aufgrund der speziellen rechtlichen Situation die Kosten für die Katzen-Unterbringung nicht komplett erstattet. "Wir haben aber bereits jetzt viel Zeit und Fürsorge und auch Geld für die Behandlung der Katzen aufgewendet", so Sandra Bienek.
Zumindest diesbezüglich beruhigt Hanstedts Ordnungsamtsleiter Hans-Heinrich Schwanemann: "Alle Kosten, die sinnvoll und erforderlich waren, werden dem Tierheim erstattet", sagt er. Die Kosten würde die Samtgemeinde vorschießen und sich dann später von der Katzenbesitzerin zurückholen.
Was das Schicksal der "Stubentiger" angeht, bittet er noch um etwas Geduld. "Ich weiß, dass die Tiere fast seit einem viertel Jahr in 'U-Haft' sind", so Schwanemann. Er hat die Hoffnung, dass sich die Situation in den kommenden zwei Wochen klärt. Die Besitzerin habe inzwischen eine amtlich bestellte Betreuerin, mit der in den nächsten Tagen das weitere medizinische Vorgehen bei der jungen Frau beraten werde. Dann würde auch entschieden, ob die Katzen zur Vermittlung freigegeben oder der Besitzerin zurückgegeben werden, weil die Tiere für deren Therapie positiv sein können. "Das Mädel hatte in ihrem Leben nicht viele Erfolgserlebnisse, außer dass die Katzen die von ihr geschenkte Liebe erwiderten", zeigt Schwanemann Verständnis.