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Zehn Jahre Hospiz Nordheide

Nach umfassender Sanierung wurde aus einer ehemaligen Station des Buchholzer Krankenhauses das Hospiz Nordheide (Foto: Hospiz Nordheide)
 
Jedes dieser Blätter erinnert an einen Gast - gestaltet von den Hinterbliebenen
 
Leitung des Hospizes: Sabine Zimdahl (v. li.), Birtte Rantze und Svenja Weisemöller (Foto: os)
Buchholz: Hospiz Nordheide |

Dem Leben auch im Sterben Würde verleihen

Der Begriff Hospiz (lat. hospitum = Herberge, Unterkunft oder Raststätte; hospes = Gast beziehungsweise Gastgeber) stammt aus dem frühen Mittelalter. In diesen Häusern boten Mönche Pilgern auf ihren Rei­sen Versorgung, Hilfe, Schutz und in Krankheitsfällen Pflege an, um sie für ihre Weiterreise zu stärken. Ein Hospiz der damaligen Zeit war also ein Ort der Gastfreundschaft.
1967 gründete Cicely Saunders in London das „St. Chrisopher‘s Hospice“, das erste Haus, dass aufzeigte, dass sterbende Menschen Raum in unserer Gesellschaft zusteht. Die englische Ärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwester gilt neben der Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross, Verfasserin des Buches „Interviews mit Sterbenden“, als Begründerin der modernen Hospiz-Bewegung und Palliativmedizin. In Deutschland wurde die Hospizarbeit in den 1980er Jahren vor allem von ehrenamtlichen Menschen aufgebaut und getragen.
In Buchholz war es zunächst die „Bürgerstiftung Hospiz Nordheide“, die dank einer breiten Unterstützung der Bevölkerung den Grundstock für den Bau des Hospizes Nordheide legen konnte. 2004 folgte die Gründung der „Hospiz Nordheide gemeinnützige GmbH“, deren Gesellschafter der Herbergsverein, Altenheim und Diakoniestation zu Tostedt e.V., der Kirchenkreis Hittfeld, der Oekumenische Hospizdienst Buchholz und das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Harburg sind. Von Gründung der Bürgerstiftung bis zum Betriebsbeginn dauerte es nur zwei Jahre, bereits am 7. November 2005 wurde der erste Gast aufgenommen, Ende Februar im darauf folgenden Jahr waren alle zwölf Gästezimmer erstmals belegt.
In den zehn Jahren des Bestehens haben die haupt- und ehrenamtlichen Hospiz-Mitarbeiter etwa 1.200 Gäste begleitet.
Für die nächsten zehn Jahre erwartet das Haus eine Belegung von circa 85 Prozent. Etwa 30 Tage bleiben die Gäste durchschnittlich im Haus.

Von Menschen für Menschen

„Es ist ein schöner Anlass, ein Jubiläum zu feiern. Es zeugt von Beständigkeit, Notwendigkeit und vor allem davon, gebraucht zu werden“, sagt Peter Johannsen, Geschäftsführer des Hospiz Nordheide. „Die Frauen und Männer der Hospizinitiative verfolgen ihr Ziel mit großer Kraftanstrengung: Den schwer kranken und sterbenden Menschen einen Ort zu geben, an dem Sterben in Würde möglich ist, wenn es in der eigenen Häuslichkeit nicht gegeben ist.“
„Die Begleitung und Pflege sterbender Menschen auf ihrem letzten Weg ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst“, ergänzt Pflegefachkraft Heike Fricke. „Auch nach zehn Jahren als Pflegekraft im Hospiz Nordheide ist die Begleitung eines sterbenden Menschen immer wieder anders. Es sind die persönlichen Momente, die meine Arbeit so besonders machen.“
Mit der wachsenden Hospizbewegung entwickelte sich auch ein neuer Zweig der Medizin: die Palliativmedizin. Wenn eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist, setzt Palliativmedizin ihr Können zur Linderung von Schmerzen und anderen krankheitsbedingten Symptomen ein. Ziel ist der Erhalt von Lebensqualität für den erkrankten Menschen.

Hierzu leisten auch die Mitarbeiter mit ihren speziellen Kenntnisse in der palliativen Pflege einen unverzichtbaren Beitrag. Ob paleativ-hospizliche Beratung, Vermittlung zu hilfreichen Kontakten oder Seelsorge, im Hospiz finden Gäste und Familien Hilfe und Fürsorge - weitere Informationen erhalten Sie unter www.hospiz-nordheide.de

20 Jahre Oekumenischer Hospizdienst

Dieser ambulanter Hospizdienst bietet Familien im Landkreis Harburg mit einem schwerstkranken und sterbenden Menschen Unterstützung Zuhause an.
Mit kompetenter Beratung durch qualifizierte Hospizbegleiter wird hier Betroffenen und deren Angehörigen in dieser schwierigen Zeit regelmäßig Hilfe geben.
1995 war das Gründungsjahr des Oekumenischen Hospizdienstes Buchholz. Derzeit arbeiten hier 40 ehrenamtliche Hospizbegleiter. 150 Mitglieder bilden die Basis des Vereins. Sie alle fördern den Hospizgedanken.
Langfristig ist die Hospiz- und Palliativversorgung im Landkreis Harburg seit 2003 durch die „Bürgerstiftung Hospiz Nordheide“ abgesichert.
„Wir können Sterben gestalten“, sagt Sieglinde Winterstein, Vorsitzende des Oekumenischen Hospizdienstes Buchholz e.V. „Ich wünsche mir, dass die Zusammenarbeit der Institutionen weiterhin so wertschätzend und förderlich bleiben möge. Wir brauchen eine einfache Struktur mit einem verlässlichen Rahmen für Sterbende und Zugehörige in ihrer schweren Lebenssituation.“

Wer übernimmt die Kosten?

Grundsätzlich gilt, dass alle Menschen, die von einer unheilbaren, fortschreitenden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung betroffen sind und eine Hospiz- und Palliativversorgung brauchen, diese auch bekommen: unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten. Die stationäre Hospizversorgung wird zum größten Teil über Leistungen der Kranken- und Pflegekassen finanziert. . Für die Gäste eines Hospizes entstehen seit September 2009 keine Kosten mehr.

Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Viele interessante und bewegende Veranstaltungen und Gottesdienste standen im Zeichen des zehn-jährigen Bestehens des Hospiz Nordheide. Diese beiden stehen noch bevor: Am Samstag, 14. November, findet ein „Erinnerungsgottesdienst“ in der St. Johanniskirche in Buchholz (Wiesenstraße 25) statt. Beginn: 15 Uhr
Am Dienstag, 17. November, wird in der Buchholzer Empore (Breite Str. 10) das Theaterstück „Die Dinge meiner Eltern“ aufgeführt. Beginn: 20 Uhr Noch gibt es Rest-Karten ab 17,50 Euro an der Theaterkasse der Empore, Tel.: 04181-287878

Spenden sind wichtig

Das Hospiz Nordheide muss, wie andere Hospize auch, einen großen Teil der Kosten selbst aufbringen: Zehn Prozent Eigenmittel für jede Rechnung. Aber auch ein Teil der personellen Ausstattung wird über Spenden finanziert, um eine optimale Versorgung sicher zu stellen. Dafür benötigt das Hospiz Nordheide im Jahr circa 200.000 Euro. Wenn Sie auch helfen möchten so können Sie Ihre Spende auf folgendes Konto einzahlen: Hamburger Sparkasse, IBAN: DE51200505501383122114, BIC: HASPDEHHXXX