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70 Jahre Kriegsende - Zeitzeugen erinnern sich

WOCHENBLATT startet neue Serie / Gedenken an das Ende der Schreckensherrschaft / Verhandlungen über Kapitulation von Hamburg fanden in Buchholz statt

(os). Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht vor auf den Tag genau 70 Jahren markierte das Ende des dunkelsten Kapitels in der deutschen Geschichte. Am 8. Mai 1945 trat das in Reims unterzeichnete Dokument in Kraft, mit dem der Zweite Weltkrieg endete. Der von Adolf Hitler angezettelte Krieg kostete geschätzt zwischen 50 und 65 Millionen Menschen das Leben - mehr als die Hälfte davon Zivilisten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte in einer Videobotschaft davor, einen Schlussstrich unter das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu ziehen: „Wir Deutschen haben hier eine besondere Verantwortung, aufmerksam, sensibel und auch kundig mit dem umzugehen, was wir in der Zeit des Nationalsozialismus angerichtet haben.“
Dass es kurz vor dem Ende des barbarischen Krieges nicht noch viele Opfer mehr gab, ist auch den Verhandlungen zur Kapitulation Hamburgs zu verdanken, die am 29./30. April 1945 im heutigen Hotel Hoheluft in Buchholz-Meilsen stattfanden. „Das hat Tausenden das Leben gerettet. Die Flugzeuge der Alliierten standen auf den Flughäfen in Wenzendorf und Scheeßel und waren bis unters Dach voll mit Bomben“, erklärt Heinrich Adolf Heitmann, Seniorchef des Hotels Hoheluft.
Eigentlich sollten in Meilsen Albert Schäfer, Generaldirektor der Harburger Phoenix-Werke, Leutnant Otto von Laun und Stabsarzt Dr. Hermann Burchard die Engländer ersuchen, ein in den Phoenix-Werken untergebrachtes Lazarett nicht mehr zu bombardieren. In den Verhandlungen mit dem perfekt deutsch sprechenden Feindlageoffizier Thomas Martin Lindsay wurde schnell deutlich, dass es den Briten letztlich um die Kapitulation Hamburgs ging. Eine schriftliche Aufforderung an die Entscheidungsträger in Hamburg schmuggelte Schäfer, begleitet von seinen Mitstreitern, im Schuh versteckt durch die deutschen Kampflinien bis nach Harburg - unter Beschuss der eigenen Leute. Die Unterhändler kamen zu Kampfkommandant Alwin Wolz und Gauleiter Karl Kaufmann durch. Am 3. Mai unterzeichnete Wolz in Hamburg die Kapitulation der Hansestadt.

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