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Anbau an der Nordheidehalle wird deutlich teurer

Die Erweiterung der Nordheidehalle wird deutlich teurer als geschätzt (Foto: archiv)
os. Buchholz. Jetzt geht es langsam an die Substanz: Der geplante Anbau an der Nordheidehalle in Buchholz wird deutlich teurer als angenommen. Statt der 380.000 Euro, die im Haushalt eingestellt sind, soll das Projekt jetzt fast 200.000 Euro mehr kosten. Die Politik muss entscheiden, ob sie die Mehrkosten mittragen will und wo das Geld für die Finanzierung herkommen soll.
Wie berichtet, soll mit dem 220 qm großen Anbau den sportlichen Erfolgen u.a. der Bundesliga-Tänzer von Buchholz 08 und den Zweitliga-Handballerinnen der SGH Rosengarten-Buchholz Rechnung getragen werden. Der Rat hatte sich mehrheitlich für einen festen Anbau und gegen eine ebenfalls angedachte Lösung mit Containern ausgesprochen.
Im Verwaltungsausschuss kam der große Hammer: Die Kosten für Sanitäranlagen, Haustechnik, Lüftung und Brandschutzauflagen wurden offenbar beim ersten Entwurf nur nachlässig durchrechnet. Die tatsächlichen Baukosten sind deutlich höher.
"Bei den 380.000 Euro handelte es sich um eine Kostenschätzung", betont Stadtsprecher Heinrich Helms. Der Bauboom wirke sich derzeit deutlich auf die Preise aus. Zudem könne man an den Vorgaben zum Brandschutz und zur Lüftung nicht sparen.
Wie berichtet, waren zuletzt auch die Kosten für die Mensa an der Mühlenschule in Holm-Seppensen explodiert. Statt ca. 420.000 Euro muss die Stadt nun 573.000 Euro investieren. Als Grund führt Kämmerer Dirk Schlüter die neue Brandschutzordnung "die am Markt erzielten Einheitspreise" an. Zur Finanzierung müssen andere Investitionen, z.B. eine neue Heizung für die Turnhalle der Wiesenschule, verschoben werden.

KOMMENTAR
Stadtplanung allein nach Kostenschätzungen hat keine Zukunft

Erst 155.000 Euro mehr für die Mensa der Mühlenschule, jetzt fast 200.000 Euro mehr für den Anbau der Nordheidehalle. Die Finanzen in Buchholz werden derzeit mächtig durcheinandergewirbelt. Die Konsequenz kann nur sein, dass Planung allein nach Kostenschätzungen künftig doppelt überlegt werden muss oder ganz unterbleibt.
Die Stadt macht es sich zu einfach, wenn sie den Schwarzen Peter jetzt an die Politik weitergibt. Nach der Schätzung der Verwaltung wurden immerhin Haushaltsmittel für die Erweiterung in den Haushalt eingestellt.
Verlässliche Zukunftsplanung ist nicht mehr möglich, wenn in jedem Etat Mehrkosten ausgeglichen werden müssen. Das ist weder den Feierabend-Politikern im Rat zuzumuten noch Vertretern von Vereinen oder Institutionen, die auf zugesagte städtische Investitionen vertrauen.
In diesem Verfahren wird es auf jeden Fall Verlierer geben: Entweder die Sportler, die sich auf bessere Bedingungen in der Nordheidehalle eingestellt haben, oder diejenigen, deren Modernisierungen verschoben werden müssen.
Man darf gespannt sein, welche Lücken sich noch im Haushalt auftun. Vielleicht schon beim Turnhallen-Neubau in Holm-Seppensen? Oliver Sander