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AWO-Frauenhaus stark frequentiert in 2012

os. Buchholz. Die Auslastung ist ähnlich hoch wie im Vorjahr: 2012 haben insgesamt 52 Frauen mit 55 Kindern Zuflucht im AWO-Frauenhaus im Landkreis Harburg in Buchholz gesucht. Zeitweise war das Frauenhaus voll belegt, so dass viele Frauen an andere Schutzhäuser vermittelt werden mussten.
Häusliche Gewalt sei ein Thema, dass immer noch mit einem großen Tabu belegt ist, erklärt Frauenhaus-Leiterin Anina Wiggert. Viele betroffene Frauen verschwiegen jahrelang Gewalt durch ihren Ehemann, den Lebens- oder Ex-Partner. Zu den Gewaltformen zählten körperliche und psychische Gewalt wie Kontrolle, Beschimpfungen und Erniedrigungen.
Seit einigen Jahren steigt die Anzahl der aufgenommenen Frauen mit Migrationshintergrund. 2012 hatten 56 Prozent der Frauen einen Migrationshintergrund. Die Frauen berichten häufig von Gewalttaten, die mit der Familienehre begründet werden, erklärt Wiggert.
Besonders auffällig war im vergangenen Jahr, dass viele Frauen lange bleiben mussten, da sie keine bezahlbare Wohnung finden. Das sei für die Betroffenen doppelt unangenehm, da sie durch ihre Notlage sowieso große Scham- und Schuldgefühle haben.
Frauen, die mit oder ohne Kinder im Frauenhaus aufgenommen werden wollen, sollten in Notfällen die Polizei unter 110 verständigen, rät Anina Wiggert. Wenn sie in Ruhe die Wohnung verlassen können, sollten sie unter Tel. 04181-217151 Kontakt mit dem Frauenhaus aufnehmen, um die Aufnahme zu besprechen. Die Kinder werden von geschultem Personal pädagogisch betreut. Anina Wiggert: "Wichtig ist, dass Kinder im Frauenhaus wieder positive Erfahrungen machen, nachdem sie zuhause einer stark belasteten Situation ausgesetzt waren."