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B3-Brücke in Sprötze für vier Jahre einspurig

Die Bahnbrücke an der B3: Hier wird der Verkehr ab 30. April für vier Jahre einspurig geführt
os. Buchholz. Autofahrer auf der B3 müssen sich auf massive Verkehrsbehinderungen einstellen - für mindestens vier Jahre! Grund: Die Bahnbrücke zwischen Sprötze und Welle muss wegen mangelhafter Tragfähigkeit erneuert werden. Ab Dienstag, 30. April, wird der Verkehr mit einer Ampel einspurig über die Brücke geführt.
Beim Bau der rd. 150 m langen Brücke sei Spannstahl verwendet worden, der nach heutiger Kenntnis zu „Spannungsrisskorrosion“ neigt, erklärt Dirk Möller von der Straßenbaubehörde in Lüneburg. Schlimmstenfalls könne die Fahrbahn bei hoher Belastung absacken. Das Problem sei bei einer Routineuntersuchung 2011 festgestellt worden. „Eine Sanierung ist nicht wirtschaftlich“, sagt Möller.
Derzeit arbeite man an der planungsrechtlichen Absicherung der Baumaßnahme. Und die zieht sich: Das Planfeststellungsverfahren nimmt ab Sommer ein Jahr in Anspruch. Zwei Jahre brauche die Bahn, um den Verkehr auf die Maßnahme vorzubereiten, so Möller. Ein Jahr brauche man für den Bau selbst. Läuft alles glatt, fließt der Verkehr ab 2017 wieder zweispurig.
Wie berichtet, gibt es auch in Winsen Probleme mit einer Brücke. Die Überquerung der Luhe ist seit fast eineinhalb Jahren für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Das Planfeststellungsverfahren ist fast abgeschlossen. Aus finanziellen Gründen beginnt der Neubau aber erst 2014.

KOMMENTAR
Ausgerechnet im rasanten Computerzeitalter, in der der Alltag für die Menschen immer schneller wird, verfällt die Niedersächsische Straßenbaubehörde in Lüneburg in eine merkwürdige Schockstarre. In einem hochmodernen Staat klingen vier Jahre Planungs- und Bauzeit für eine Brücke wie ein verspäteter Aprilscherz. Wohlgemerkt, nicht für die Fehmarn-Belt-Querung, sondern eine nicht mal 200 Meter lange Bahnbrücke, wie es sie in Deutschland hundertfach gibt. Und nicht für eine kleine Dorfstraße, sondern für eine vielbefahrene Bundesstraße. Ein einmaliger Vorgang.
Offenbar verkennt die Verkehrsbehörde, dass Mobilität und zügige Fahrt von A nach B für viele Menschen heute unverzichtbar ist. Darf‘s ein Jahr Bauzeit mehr sein? Im Vorfeld wurden entscheidende Fehler gemacht. Die Lebensdauer einer Brücke ist bekannt. Warum wurde nicht zeitiger über einen Neubau nachgedacht und die Bahn in die Planungen einbezogen?
Und: Wenn Druck auf dem Kessel ist, muss es möglich sein, eine Planung zu beschleunigen. Für Bürger ist es unverständlich, dass ein Planfeststellungsverfahren ein Jahr dauern und dass sich die Bahn zwei Jahre auf den Bau vorbereiten muss. Und dann noch ein Jahr Bauzeit. Zum Vergleich: Die neue Brücke über die A1 lag nach eineinhalb Stunden auf dem Träger.
Über die Kosten spricht die Verkehrsbehörde noch gar nicht. Es würde mich nicht wundern, wenn die Brücke erst 2018 fertig wird, weil kein Geld vorhanden ist. Ja, leben wir denn in Absurdistan? Oliver Sander