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Baudezernentin Doris Grondke ein Jahr im Amt: "Ich sehe für Buchholz große Entwicklungschancen"

Seit einem Jahr im Amt: Buchholz' Baudezernentin Doris Grondke (Foto: Helms)
os. Buchholz. Kleines Jubiläum für Doris Grondke (47): Seit einem Jahr ist die Baudezernentin von Buchholz im Amt. Im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander zieht sie ein erstes Fazit.
WOCHENBLATT: Wie lautet Ihre persönliche Bilanz nach einem Jahr als Stadtbaurätin?
Doris Grondke: Ich habe den Schritt, als Stadtbaurätin nach Buchholz zu kommen, nicht bereut! Der Beginn meiner Amtszeit war davon geprägt, mich fundiert ortskundig zu machen und mir die anliegenden Themen und Aufgaben zu erarbeiten. Ich sehe für Buchholz große Chancen in der Entwicklung der Stadt und bin entschlossen, diese in den kommenden sieben Jahren mitzugestalten und zu formen.
WOCHENBLATT: Sie mussten wegen des Gutachterverfahrens beim Neubau der Turnhalle in Holm-Seppensen Kritik einstecken. Warum haben Sie das Gutachterverfahren durchgesetzt, das in Buchholz bislang nicht angewendet wurde?
Doris Grondke: Ich habe das Gutachterverfahren zum Neubau der Mühlenturnhalle keineswegs im Alleingang gemacht, sondern habe das Verfahren der Politik vorgeschlagen, welches mehrheitlich mitgetragen wurde. Dass dieses in weiten Teilen der Bevölkerung kritisch betrachtet wird, war zu erwarten, da ein solches Verfahren Neuland bedeutete. Dennoch ist ein Gutachterverfahren oder Architektenwettbewerb sinnvoll, um bei einem solch wichtigen Projekt durch konkurrierende Konzepte die bestmögliche Lösung herauszuarbeiten. Solche Verfahren sind in anderen Städten üblich und werden seit langer Zeit erfolgreich umgesetzt. Außerdem ist das ein geeignetes Instrument für eine transparente Vergabe von öffentlichen Aufträgen.
WOCHENBLATT: Warum wurden dem Sieger des Verfahrens keine Zeitvorgaben gesetzt? Der Baubeginn ist erst für Februar 2014 geplant. Die Fertigstellung im Dezember nach 2014 – mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Brand?
Doris Grondke: Selbstverständlich wurde der Zeitplan für die Erstellung der Mühlenturnhalle mit dem Planungsbüro abgestimmt. Im Februar 2013 lag das Gutachten der Versicherung vor und damit erst die entscheidende Grundlage für die Finanzierung der Turnhalle. Erst danach konnte aufbauend mit der Planung begonnen und ein entsprechender Auftrag erteilt werden. Die Planungs- und Bauzeit von 15 Monaten liegt im üblichen Rahmen bei vergleichbaren Projekten in konventioneller Bauweise. Holm-Seppensen erhält eine maßgeschneiderte Halle für den Standort und für die Belange der Schule.
WOCHENBLATT: Sie haben das integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) initiiert. Was versprechen Sie sich von dem ISEK?
Doris Grondke: Das ISEK bietet als Zukunftsplan eine Handlungsgrundlage für zukünftige Entwicklungsentscheidungen, die somit nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Abgleich mit dem ISEK in einem größeren Zusammenhang gebracht werden. Das ISEK bildet ein robustes Gerüst, um in der Zukunft langfristige Ziele durch gemeinsame Anstrengungen von Bürgern, Verwaltung und Politik schrittweise umzusetzen.
WOCHENBLATT: Was wollen Sie tun, damit das ISEK nach Fertigstellung nicht in den Rathausschubladen verschwindet, sondern tatsächlich umgesetzt wird?
Doris Grondke: Das ISEK ist ein langfristig angelegtes Konzept, das schrittweise nach Haushaltsmöglichkeiten umgesetzt wird. Für die einzelnen Maßnahmen wird eine Prioritätenliste erarbeitet, so dass mit den dringlichsten Maßnahmen begonnen werden kann. Ich empfehle die Gründung eines Beirates, der die Umsetzung der Projekte konsequent verfolgt. Bestenfalls wird der Umsetzungsbeirat durch die Lenkungsgruppe gebildet, die den Prozess bereits von Anfang an begleitet. Gleichwohl bedarf es aber auch weiterhin der Bereitschaft von Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit, die formulierten Ziele und Maßnahmen umzusetzen.
WOCHENBLATT: Wo sehen Sie die nächsten großen (Bau-) Projekte in Buchholz?
Doris Grondke: Große bauliche Herausforderungen in den kommenden Jahren sind zum Beispiel die Entwicklung der Rütgersflächen und die Realisierung der östlichen Ortsumgehung. Neben den genannten Projekten sehe ich wichtige Aufgaben in der Profilierung und Stabilisierung des Einzelhandels und des Wohnens in der Innenstadt, der Sanierung der sozialen, kulturellen und verkehrlichen Infrastruktur, dem Ausbau und Umbau des Straßennetzes, dem Ausbau als Wohn- und Wirtschaftsstandortstandort. Bei der Umsetzung der Aufgaben werden für mich Nachhaltigkeit, Qualität und Bürgerbeteiligung weiterhin wichtige Faktoren sein.
WOCHENBLATT: Frau Grondke, vielen Dank für das Gespräch.