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Befriedete Bezirke im deutschen Wald

Röhrender Hirsch: Künftig soll es in Wald und Flur befriedete Areale geben, auf denen nicht gejagt werden darf (Foto: archiv)

Bald mehr Rechte für Grundeigentümer: Nicht mehr überall darf gejagt werden


(rs). Tierfreunde wird's freuen, Jäger sehen die Entwicklung mit Skepsis: Der Deutsche Bundestag hat jetzt den Gesetzentwurf zur Novellierung jagdrechtlicher Vorschriften beschlossen und befriedete Bezirke in Jagdrevieren möglich gemacht.
Der Bund setzt damit ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) von 2012 um. Das teilt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit.
Die Gesetzesänderung sieht vor, dass Grundeigentümer unter bestimmten Voraussetzungen auf ihren Eigentumsflächen die Errichtung eines befriedeten Bezirks beantragen können, auf dem die Jagd ruht. Über den Antrag entscheidet die zuständige Landesbehörde nach Anhörung aller Betroffenen. Unter anderem regelt der Entwurf auch die Regulierung von Wildschäden für die befriedeten Flächen.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte zuvor die Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften und die damit verbundene Pflicht des Grundeigentümers eingeschränkt, die Ausübung der Jagd durch Dritte auf seinem Grundstück trotz entgegenstehender ethischer Motive zu dulden.
Die nun beschlossene Anpassung beschränkt sich auf die Umsetzung der notwendigen Vorschriften des EGMR-Urteils. An dem bewährten Reviersystem in Deutschland, das ein grundstücksübergreifendes einheitliches Wildmanagement ermöglicht, hält das Jagdgesetz weiterhin fest.