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Buchholz 2025 plus: "Gewaltiger Schritt für die Stadt"

Auf dieser und anderen Flächen östlich des Finanzamtes sollen bis zu 1.000 Wohneinheiten entstehen

Fachausschuss empfiehlt mit großer Mehrheit Wohnungsbau und Umfahrung im Osten

os. Buchholz. Zur Entwicklung weiterer Wohnbau-Flächen im Osten von Buchholz soll ein städtebaulicher Rahmenplan entwickelt werden. Zudem soll die Stadtverwaltung auf Grundlage des Planungsprozesses „Buchholz 2025plus“ umgehend die Planung für eine Entlastungsstraße veranlassen. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss jetzt mit großer Mehrheit empfohlen. Nur Imme-Janne Schoof von der Buchholzer Liste stimmte gegen das Projekt.
Der Empfehlung im Fachausschuss lag ein gemeinsamer Antrag der CDU-, SPD- und FDP-Fraktion zugrunde, der in mühevoller Kleinarbeit erstellt wurde, um einen möglichst breiten politischen Konsens zu erreichen. Fünf Versionen habe er geschrieben, bevor Einigkeit bei der Formulierung herrschte, erklärte FDP-Fraktionsvorsitzender Arno Reglitzky. Die Mühe soll sich lohnen, handelt es sich bei der Erweiterung im Osten sowohl wohnungsbau- als auch verkehrspolitisch um das wichtigste Projekt in Buchholz für die kommenden Jahre. Wie berichtet, sollen auf Flächen östlich des Krützbargs sowie des Finanzamts dies- und jenseits der Güterbahnstrecke bis zu 1.500 Wohneinheiten in einem Zeitraum von zehn Jahren entstehen. Zur Lösung des Verkehrsproblems in der Buchholzer Innenstadt soll zudem eine Ostumfahrung gebaut werden.
„Das ist ein gewaltiger Schritt für unsere Stadt“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Niesler. Für seine Partei sei es vor allem wichtig, bezahlbaren Wohnraum für junge Familien oder Alleinerziehende zu schaffen. „Und wenn wir das machen, müssen wir uns natürlich auch um den Verkehr kümmern“, so Niesler.
CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Eschler betonte, dass das Projekt „Buchholz 2025plus“ von der absoluten Mehrheit der Buchholzer Bevölkerung getragen werde. Es habe auch in der Bürger- und Ratswerkstatt eine große Mehrheit bekommen. „Wenn wir jetzt bis zu 150 Wohneinheiten pro Jahr bauen, halte ich das für ein moderates Wachstum für Buchholz.“
Die Grünen stimmten „mit Bauchschmerzen“ für die Planung, wie Ratsherr Frerk Meyer verdeutlichte. Die Partei sei in einem Zielkonflikt, weil sie einerseits den Bedarf nach weiteren Wohnungen erkenne, andererseits aber möglichst wenig neuen Verkehr in der Nordheidestadt produzieren wolle, so Meyer. Man halte die Verknüpfung von Wohnbau- und Verkehrsplanung für unglücklich: „Sollte gegen die Trasse der Ostumfahrung geklagt werden, müsste man auch den Wohnbau stoppen“, warnte Meyer.
AfD-Fraktionsvorsitzender Rainer Sekula erklärte, Buchholz werde schon allein wegen seiner exzellenten Lage im Städtedreieck Hamburg, Bremen, Hannover von ganz allein wachsen. Er warf den Gegnern der Planung „Angst- und Panikmache“ vor.
Zu den Gegnern gehört die Buchholzer Liste. Ratsfrau Imme-Janne Schoof kritisierte, dass bei der Planung zu viele Fragen nicht beantwortet worden seien. Ihre Partei sei für eine moderate Wohnbauentwicklung, diese werde in „Buchholz 2025plus“ nicht abgebildet. Unterstützung erhielt Schoof von Herbert Maliers, hinzugewähltes Ausschussmitglied der Naturschutzverbände. Jedes Jahr gingen im Landkreis Harburg 200 Hektar freie Fläche verloren. „Wir tun immer so, als wenn wir weitermachen könnten wie bisher. Dabei haben wir nur eine Landschaft“, sagte Maliers unter dem Applaus zahlreicher Bürger einer Bürgerinitiative, die gegen die Osterweiterung ist (das WOCHENBLATT berichtete). Deren Co-Sprecherin Grit Weiland kritisierte, dass der Bürgerwille mit „Buchholz 2025plus“ nicht berücksichtigt werde. Buchholz solle seinen kleinstädtischen Charakter behalten und sei mit drei Großprojekten - Oststadt, Ostumgehung, Technologiepark (TIP) - überfordert.
Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse konterte die Kritik der Gegner: Als Bürgermeister habe er eine Verantwortung für alle Bürger. Schon jetzt habe man Schwierigkeiten, geeignete Erzieherinnen für die Kindergärten zu bekommen, weil geeigneter Wohnraum fehle, betonte Röhse. Zudem gebe es allein rund 100 Bürger, die einen Wohnberechtigungsschein für günstigen Wohnraum haben, für die es derzeit keine Wohnungen gibt. Der Rahmenplan für den Wohnungsbau werde an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst, erklärte Röhse. Ob überhaupt 1.500 Wohneinheiten gebaut werden, stehe noch nicht fest. Die Ostumfahrung sei die Konsequenz aus den Verkehrsproblemen, die sich in den vergangenen Jahren stets vergrößert hätten. „Wenn wir wachsen wollen, brauchen wir eine Ostumfahrung“, betonte Röhse.
Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am Dienstag, 13. März, endgültig über den Grundsatzbeschluss entscheiden.