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Buchholz: Diskussion über Kreisel an der Hauptkreuzung

So könnte ein Kreisverkehr an Buchholz‘ neuralgischem Knotenpunkt aussehen (Foto: Stadt Buchholz)
 
Hier staut sich der Verkehr täglich mehrfach: die Kreuzung Hamburger Straße/Bendestorfer Straße/Schützenstraße in Buchholz

Teile der Politik und Verwaltung uneins: Wann soll der Kreisverkehr geplant werden?


os. Buchholz.
Dass die Hauptkreuzung in Buchholz am Knotenpunkt Hamburger Straße/Bendestorfer Straße/Schützenstraße seit vielen Jahren einen neuralgischer Punkt im Verkehrsnetz darstellt, ist seit Langem bekannt. Mehrfach täglich bilden sich in alle Fahrtrichtungen lange Staus. Ebenso lang wird überlegt, ob dort ein Kreisel den Verkehrsfluss verbessern könnte. Über das Vorgehen herrscht offenbar Uneinigkeit zwischen Teilen der Politik, der Verwaltung und Grundstückseigentümern. Letztere müssten Teile ihrer Areale für den Kreiselbau zur Verfügung stellen, was durch eine höhere Ausnutzung der Grundstücke kompensiert werden könnte. Aber: Mindestens einer der vier Eigentümer hat derzeit gar kein Interesse daran, den Status quo zu verändern.
Die Ratsfraktion der FDP hatte beantragt, dass die Buchholzer Stadtverwaltung umgehend Planungen zur Errichtung eines Kreisels aufnimmt und Gespräche mit dem Kreis führt. Die Ortsdurchfahrt in Buchholz ist eine Kreisstraße. Der Stadtentwicklungsausschuss folgte in seiner jüngsten Sitzung allerdings mehrheitlich der Stellungnahme der Verwaltung. Peter Loginowski vom Fachbereich Stadtplanung hatte empfohlen, zunächst das Bebauungsplanverfahren abzuwarten. Hintergrund: Im Rahmen des sogenannten „Leitprojekts Innenentwicklung“ hatte die Stadt verschiedenen Grundstückseigentümern in der Innenstadt Wege aufgezeigt, wie sie ihr Areal besser nutzen können, z.B. indem sie das Gebäude abreißen, höher bauen und dadurch mehr Nutzfläche generieren. Das geschah auch mit den vier Eigentümern an der Hauptkreuzung. Loginowski empfiehlt, erst das B-Planverfahren durchzuführen und dann eventuell eine Kreiselplanung anzuschließen. Zudem sei ein Kreisel ohne Verkehrsentlastung durch eine Ostumfahrung nicht sinnvoll. Der Kreisel allein könne den derzeitigen Verkehr nicht aufnehmen.
Das will Arno Reglitzky, FDP-Fraktionsvorsitzender im Buchholzer Stadtrat und bekennender Kreisel-Fan, nicht kommentarlos hinnehmen. „Erst die Ostumfahrung abzuwarten und dann einen Kreisel zu planen, halte ich für dummes Zeug“, kritisiert Reglitzky. Die Verwaltung stehe unnötig auf der Bremse, die Politik müsse Druck aufbauen, um die Kreiselplanung bereits jetzt möglich zu machen. „Überall entstehen neue Wohnungen, die mehr Verkehr erzeugen. Wir müssen uns jetzt bereits auf morgen vorbereiten“, fordert Reglitzky. Er kündigte an, weitere Anträge zu dem Thema zu formulieren.
Offenbar ist derzeit ein Kreisel sowieso nicht umsetzbar. „Ich sehe keine Chance dafür, da das Angebot der Stadt zur größeren Ausnutzung unseres Grundstücks für mich nicht tragbar ist“, erklärt Uwe Derboven, einer der vier Grundstückseigentümer. Wenn das Wohn- und Geschäftshaus, das der Familie gehört, abgerissen werde, entfalle seine Altersversorgung, erklärt Derboven. Daran habe er kein Interesse. 

Auf ein Wort

Kräfte für ein Projekt bündeln

Dass FDP-Politiker Arno Reglitzky für seinen Antrag zur Vorplanung des Kreisels kämpft, finde ich gut. Allerdings habe ich unter den genannten Voraussetzungen das Gefühl, dass er ein totes Pferd reitet. Die Chancen auf Umsetzung sind derzeit denkbar gering.
Ich halte es für besser, jetzt zuallererst alle Kräfte zu bündeln und sich um einen für möglichst viele tragfähigen Kompromiss für eine Ostumfahrung zu konzentrieren. Nach dem klaren Votum der Bürger während der Werkstatt im Rahmen des Projektes „Buchholz 2025plus“ diskutiert der Rat am 25. November über dieses Thema. Ohne eine Entlastung des Innenstadtverkehrs machen weitere Maßnahmen keinen Sinn. Den Personal- und Geldeinsatz kann man sich sparen. Zudem heißen Vorplanungen nicht per se, dass sie auch ein Ergebnis hervorbringen. Buchholz hat ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, ein Mobilitätskonzept, ein Klimaschutzkonzept usw. - und die Zahl der Maßnahmen, die daraus umgesetzt wurden, ist sehr überschaubar. Oliver Sander