Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Buchholz: "Ein Meilenstein für die Stadtentwicklung"

So sieht die von der Mehrheit favorisierte Variante einer Umgehungsstraße im Osten von Buchholz aus (orange) - mit den städtischen Zubringern in schwarz (Foto: Stadt Buchholz / Grafik: MSR)

Ergebnis der Ratswerkstatt: Stadt soll im Osten wachsen und eine Umgehungsstraße bekommen


os. Buchholz.
Die Chancen, die Verkehrsprobleme in Buchholz zu lösen und gleichzeitig Bevölkerungswachstum in Buchholz zu ermöglichen, sind nach der Ratswerkstatt am vergangenen Samstag rapide gestiegen: Mit großer Mehrheit empfahlen die Mitglieder des Buchholzer Stadtrates, östlich des Finanzamtes bis zu 1.500 Wohnungen zu bauen und gleichzeitig die Planungen für eine Umgehungsstraße im Osten zu ermöglichen. Lediglich die Buchholzer Liste lehnt die Ostumfahrung weiterhin kategorisch ab und steht auch dem Wachstum im Osten sehr kritisch gegenüber. Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse spricht von einem „Meilenstein für die Stadtentwicklung“.
Nachdem im ersten Teil der Veranstaltung in der Waldschule über die Entwicklung der Stadt beraten wurde, wurde im zweiten Teil der Ratswerkstatt unter Leitung des Moderators Markus Birzer in kleinen Gruppen über das Thema Umgehungsstraße diskutiert. Ergebnis: Die Verwaltung soll bis Mitte Januar 2018 die Vor- und Nachteile von zwei Straßenvarianten ermitteln. Die von der Mehrheit favorisierte Variante 7 erinnert an eine abgespeckte Version des Ostrings, der in den vergangenen Jahrzehnten für so viel Diskussionen in Buchholz gesorgt hat. Die Trasse (s. Grafik) soll als Kreisstraße konzipiert werden, die Stadt soll zeitnah entsprechende Gespräche mit dem Kreis führen. Über städtische Straßen soll die Umfahrung an den Heidekamp, das neue Wohngebiet im Osten sowie den Nordring angeschlossen werden. Die von den Grünen favorisierte Variante 4 würde mit deutlich weniger Landschaftsverbrauch auskommen. Sie beginnt im Süden in der Verlängerung des Heidekamps und führt dann in engerem Radius zur Lüneburger Straße, dann mitten durch das neue Wohngebiet zur Bendestorfer Straße, dann weiter entlang des Holzwegs und durch den bestehenden Eisenbahntunnel zum Nordring im Norden der Stadt.
Die Ergebnisse der Prüfung sollen einer aus Ratsmitgliedern bestehenden Redaktionsgruppe vorgelegt werden, die daraus eine Beschlussfassung für den gesamten Rat entwickeln. Der Beschluss für das weitere Vorgehen soll im ersten Quartal 2018 gefasst werden. Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse lobte die Beteiligten der Bürger- und Ratswerkstatt: „Sie haben zielorientiert nach Lösungen gesucht.“

Das sagen die Fraktionsvorsitzenden


os. Buchholz. Wie bewertet die Lokalpolitik den Ausgang der Ratswerkstatt? Das WOCHENBLATT hat die Fraktionsvorsitzenden gefragt.
• „Losgelöst von alten politischen Grabenkämpfen ist uns eine historische Weichenstellung für die Entwicklung unserer Stadt gelungen“, erklärt Andreas Eschler (CDU). Nun liege es an allen Fraktionen, die Ergebnisse des Verfahrens auch in den politischen Gremien umzusetzen.
• „Dass noch viele Detailfragen zu beraten sind, ist allen Beteiligten natürlich präsent“, sagt Wolfgang Niesler (SPD). Wenn aber die Erinnerung an die „Sternstunde“ des Rates in den Köpfen bleibe, könne man dieser Aufgabe gelassen entgegen sehen.
• „Das war ein geschichtsträchtiger Durchbruch für die Stadtentwicklung von Buchholz“, lobt Arno Reglitzky (FDP). Er bewertet vor allem das „konstruktiv-engagierte Bemühen“ fast aller Teilnehmer, zu einer tragbaren Kompromisslösung zu kommen, positiv.
• „Für uns steht nach Abwägung aller Fakten die soziale Verantwortung durch die schnelle Entwicklung des neuen stadtnahen Baugebiets im Vordergrund“, erklärt Gabriele Wenker (Grüne). Man wolle nicht zuerst die Ergebnisse der Gespräche mit dem Kreis abwarten. Wenker: „Für uns gilt: zuerst das Baugebiet, dann der Straßenausbau.“
• „Es sind zu viele Fragen, die vor einer solch bedeutenden Entscheidung geklärt werden sollten, offen geblieben“, kritisiert Peter Eckhoff (Buchholzer Liste). Er präferiere ein moderates Wachstum auf der Rütgers-Fläche und lehne den „durchsichtigen Versuch“, unter dem Deckmäntelchen der Stadtentwicklung erneut den gescheiterten Ostring auf den Tisch zu bringen, klar ab.
• „Mich hat die Ratswerkstatt positiv überrascht“, erklärt Rainer Sekula (AfD). Das Ergebnis habe gezeigt, dass die meisten Ratsmitglieder den Ernst der Lage durchaus erkannt haben.

Auf ein Wort



Rückenwind jetzt nutzen

Ich bin überrascht, mit welch großer Mehrheit sich die Ratsmitglieder nach jahrzehntelangem Zoff und Nichts-Tun auf ein „Ja“ zur Entwicklung von Buchholz entschieden haben - bei der Wohnbebauung und der Umgehungsstraße. Gut so!
Das kann aber nur der erste Schritt sein. Der Rat sollte den Rückenwind aus der Ratswerkstatt nutzen und jetzt alle Kraft auf die Umsetzung der Pläne setzen. Wenn das nicht geschieht, würde aus dem Erfolg der Ratswerkstatt ein Pyrrhussieg. Oliver Sander