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Buchholz in der Staufalle

Stau auf der Canteleubrücke: Diese Situation kennen die Autofahrer in Buchholz nur zu gut
 
Auch an der Schützenstraße staut sich der Verkehr regelmäßig. Grund: Die Schaltung an den Ampeln ist nicht aufeinander abgestimmt

Verkehrssituation in der Nordheidestadt wird immer prekärer / Hilft "Buchholz 2025"?

os. Buchholz. Pendler, die von ihrem Arbeitsort Hamburg in ihren Wohnort Buchholz zurückkehren, kennen das Problem: Die Fahrt von der Hanse- in die Nordheidestadt ist nicht selten kürzer als die Durchfahrt von Buchholz. Nicht nur Pendlern ist klar: Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Buchholz den Verkehrsinfarkt erleidet, zumal wenn die Innenstadtverdichtung fortgeführt wird und weitere Neubaugebiete südlich der Bahnlinie Bremen-Hamburg ausgewiesen werden, ohne die Verkehrsinfrastruktur anzupassen.
Das WOCHENBLATT hat noch einmal den Test gemacht. Eine Fahrt aus dem Süden von Buchholz durch die Innenstadt verdeutlicht, dass viele Quellen zu den täglichen Staus beitragen:
Ampelschaltung: Die Stadt hat in sogenannte „schlaue Ampeln“ investiert, doch der Effekt ist verpufft. Denn einzelne moderne Ampeln nutzen nichts, wenn nicht alle Ampeln aufeinander abgestimmt sind. Das ist z.B. an der Canteleubrücke der Fall: Autofahrer, die aus Richtung Jesteburg kommen, stehen in den meisten Fällen bereits wieder an der nächsten Ampel an der Kreuzung Kirchenstraße/Lindenstraße. Durch den Rückstau stockt der Verkehr in Richtung Süden, mitunter bis hinter die Kreuzung Soltauer Straße/Heidekamp. Auch an der Schützenstraße und an der Bremer Straße, vor allem am Abzweig zum Mühlentunnel am Seppenser Mühlenweg, sorgen die Ampelschaltungen häufig für Stillstand, anstatt den Verkehr zu beschleunigen.
Durchfahrt Kirchenstraße/Hamburger Straße: Hier wird der Verkehrsfluss durch viele Faktoren gestört, u.a. durch drei in kurzem Abstand folgende Zebrastreifen und fehlende Abbiegespuren für Linksabbieger. An der Hauptkreuzung Bendestorfer Straße/Hamburger Straße/Schützenstraße tragen auch unaufmerksame Autofahrer, die mitten auf der Kreuzung stehen bleiben, zu Rückstaus bei. Ein Übriges tut die Ampel Bendestorfer Straße/Am Radeland: Da dort Linksabbieger in Richtung Buenser Weg/Schulzentrum nur schlecht wegkommen, staut sich der Verkehr in Richtung Hauptkreuzung. Dadurch kommen Autofahrer von der Hamburger Straße nicht weg - eine fatale Kettenreaktion.
Ampel Berliner Straße: Egal wie der Verkehr auf der Hauptstraße Hamburger Straße fließt, schaltet die Ampel vor der Star-Tankstelle regelmäßig für Autofahrer an der Berliner Straße auf Grün, auch wenn dort gar kein oder maximal ein Auto steht. Mancher Passant fragt sich, ob man auf diese Ampel nicht komplett verzichten könnte. Fußgänger könnten die Hamburger Straße rund 100 Meter weiter Richtung Norden passieren, wie es viele Schüler auf dem Weg zum Schulzentrum am Buenser Weg tun.
Hoffnung auf Besserung der Verkehrsprobleme setzt Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse in das Projekt „Buchholz 2025“, das er am kommenden Freitag vorstellen will. Darin geht es u.a. um eine Ortsumfahrung im Osten der Stadt und damit die Schaffung einer weiteren leistungsfähigen Bahnquerung. Bringt „Buchholz 2025“ die Trendwende? Viele Buchholzer hoffen darauf. 

Auf ein Wort

Die letzte Chance nutzen

Die Buchholzer Stadtverwaltung blockte Anfang des Jahres alle Anträge aus der Politik zur Verbesserung der Verkehrsproblematik ab, um mit dem Projekt „Buchholz 2025“ die große Lösung möglich zu machen und Verkehr sowie weitere Wohnbebauung unter einen Hut zu bekommen. Zu Recht: Die Lokalpolitiker tun gut daran, das moderierte Verfahren ernstzunehmen und diese letzte Chance für eine einvernehmliche Lösung gerade für eine Straße im Osten der Stadt zu nutzen.
Um das Verfahren erfolgreich zu gestalten, müssen alle Seiten von ihren Maximalforderungen abrücken. Es ist weder förderlich, z.B. auf der Ursprungsvariante des Ostrings zu bestehen, noch zu glauben, dass man die Verkehrsproblematik in der Innenstadt durch einzelne kleine Maßnahmen eben dort lösen kann.
Eine Lösung der Verkehrsproblematik muss aber jetzt her, bevor das Wohngebiet auf dem ehemaligen Mercedes-Hillmer-Gelände im kommenden Jahr gebaut wird und bevor man über eine Bebauung der Rütgersfläche auch nur ernsthaft nachdenkt. Und was passiert, wenn die Canteleubrücke irgendwann mal saniert werden muss, mag ich mir gar nicht ausmalen. Oliver Sander