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Buchholzer Baubehörde macht Unternehmern das Leben schwer

Das Modell zeigt zwei Werbe-Pylonen, einer rund 20, der andere 30 Meter hoch. Die Aufstellungsfläche ist von Gewerbebetrieben bzw. dem neuen Mega-Kreisel und der Schnellstraße umgeben (Foto: oh)

Warum in der neuen Dibberser Verkehrswüste ein Werbepylon zum Sündenfall wird

Die neue Ortsumgehung Dibbersen halten viele Einheimische für überflüssig wie ein Kropf. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die vorhandene B75 auch nach der Eröffnung von Möbel-Kraft und dem Fachmarktzentrum der Verkehrsflut gewachsen ist - und, mit einigen Optimierungen, auch in Zukunft gewachsen wäre. Doch die mindestens 18-Millionen-Euro-Umgehung wird gebaut - zu Lasten
der Gewerbetreibenden.
Seit längerem zerbrechen sich deshalb mehr als zwei Dutzend Geschäftsleute an der Ortsdurchfahrt Dibbersen den Kopf, wie sie auch nach der Öffnung der „B75 neu“, die gerade mit gigantischen Erdbewegungen durch die Landschaft geholzt wird, weiter existieren können. Wichtiges Teil ihrer Überlebensstrategie: ein möglichst 30 Meter hoher Werbepylon an der neuen Schnellstraße.
Aber die Buchholzer Baubehörde, Teile der Politik und die Dibberser Ortsbürgermeisterin Gudrun Eschment-Reichert wollen die heile Buchholzer Welt nicht durch einen hohen Werbeträger beeinträchtigt sehen. Dabei dürfte der Werbeturm von der Wohnbebauung im Ort aus kaum zu sehen sein. Die Sache ist inzwischen juristisch festgefahren.
Um einen Kompromiss anzuregen, hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein sogenanntes Mediationsverfahren angeregt. Baubehörde, Politiker und Geschäftsleute sollten an einen Tisch. Doch die Stadt Buchholz habe abgelehnt, heißt es.
Jetzt will sich - als bisher einziger parteiloser Buchholzer Bürgermeister-Kandidat - der Immobilienmakler Ronald Bohn für die Geschäftsleute in die Bresche schlagen.
Seine Idee: Mit einer 30-Meter-Hebebühne und einem in der Höhe angebrachten Plakat soll die spätere Wirkung des Pylons demonstriert werden.
Ob diese Aktion die Behörden-Entscheider um Stadtbaurätin Doris Grondke und Amtsleiter Rolf-Peter Kaufhold von der Buchholzer Stadtverwaltung umstimmen kann, ist zweifelhaft. Denn Grondke und Kaufhold stehen für einen Zeitgeist, bei dem sich Behörden-Bedienstete keinen Kopf machen, wer ihr Salär und die üppige Altersversorgung eigentlich bezahlt. Zumindest muss man zu diesem Schluss kommen, wenn man sich kommunale Bauvorhaben ansieht, die ohne Rücksicht auf die Folgen durchgezogen werden.
Ein Betroffener formuliert es so: „Die jonglieren mit Paragrafen ganz nach ihren persönlichen Vorlieben und schreiben Menschen, die um die Existenz kämpfen, einfach ab, frei nach dem Motto: ‚Wo gehobelt wird, fallen Späne'. Es sei denn, man hat zu den Entscheidern persönlich gute Kontakte oder zumindest gute Freunde, die über diese Kontakte verfügen."

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