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Bürger planen Zukunft mit

Wollen mit dem moderierten Verfahren "Rahmenpflöcke" einschlagen: Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (li.) und Moderator Markus Birzer

"Buchholz 2025+": Wohnungsbau und Lösung der Verkehrsproblematik sollen verknüpft werden


os. Buchholz. In diesen Tagen erhalten 1.260 Bürgerinnen und Bürger Post von der Buchholzer Stadtverwaltung. Inhalt: Sie werden um Teilnahme am Projekt „Buchholz 2025+“ gebeten. Damit will die Stadt Buchholz den weiteren Wohnungsbau mit der Lösung der Verkehrsproblematik verknüpfen. „Ich glaube, dass die Chancen für 'Buchholz 2025+' gut stehen und wir am Ende zu einer vernünftigen Lösung kommen“, sagte Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse bei der Vorstellung am vergangenen Freitag.
Es sei mittlerweile weitgehend Konsens in der Politik, dass weiterer Wohnungsbau und die Ausweisung von Neubaugebieten ohne Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur nicht möglich seien, betonte Röhse. Die Einwohnerzahl von Buchholz sei in den vergangenen 30 Jahren von 29.370 im Jahr 1987 auf 41.300 im Jahr 2017 gestiegen. „Die Verkehrswege sind aber weitgehend die gleichen geblieben und stoßen heute deutlich an ihre Grenzen“, so der Bürgermeister. Kosmetische Änderungen, z.B. an der Ampelschaltung, lösten das Grundproblem nicht. Lösungsvorschläge sollen in einer Bürger- und in einer Ratswerkstatt erarbeitet werden, die von Moderator Markus Birzer geleitet werden. Er begleitete bereits den Prozess zur Erstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Beide Veranstaltungen finden in der Waldschule statt, jeweils von 10 bis 16 Uhr an einem Samstag. Am 4. November haben zunächst die Bürger das Wort: Birzer und Röhse setzen darauf, dass sich aus den 1.260 angeschriebenen Bürgern 40 finden, die am Samstag sechs Stunden lang über Alternativen zum Wohnungsbau und zur Entlastung des Innenstadtverkehrs diskutieren. Man habe sich für eine Zufallsauswahl der Bürger per Computer entschieden, um ein möglichst genaues Stimmungsbild zu erhalten. Bei der Auswahl der Bürger spielten der Wohnort in den Ortschaften, die Altersgruppe sowie das Geschlecht eine Rolle. „Aus Erfahrung wissen wir, dass sich zwischen einem und drei Prozent der Angeschriebenen für eine Teilnahme entscheiden“, erklärte Birzer. Sollten mehr als 40 Bürger Interesse zeigen, werde das Los entscheiden. Bei der Bürgerwerkstatt werden zudem zehn Interessenvertreter teilnehmen, wobei sich z.B. die Umweltschutzorganisationen auf einen Teilnehmer einigen sollen.
Die Ergebnisse aus der Bürgerwerkstatt sollen protokolliert und an den Rat weitergegeben werden. Dieser trifft sich am 25. November. Nach den Vorgesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden sieht Birzer eine „Tendenz zu einer Lösungsbereitschaft“. Man sei sich einig, dass gerade die Verkehrsproblematik gelöst werden müsse. „Es ist jetzt einige Verhandlungsmasse im Spiel“, erklärte Birzer. Heißt: Beide Seiten müssen sich bewegen und werden versuchen, möglichst viele ihrer Positionen durchzubringen.
Ziel soll es sein, dass am Ende der Ratswerkstatt eine Beschlussvorlage für den Rat herauskommt. „Das soll noch vor Weihnachten geschehen“, hofft Röhse. Er betonte, dass die Werkstätten nicht ein politisches Verfahren ersetze. Der Rat behalte z.B. bei der Erstellung von Bebauungsplänen das Heft des Handelns. „Wir schlagen Rahmenpflöcke für die weitere Diskussion ein“, so Röhse. Läuft alles glatt, sollen noch in dieser Wahlperiode (bis 2021) erste Maßnahmen aus dem Konzept „Buchholz 2025+“ umgesetzt werden.