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"Das ist eine Farce": Umstrittener Schulerlass erzürnt die BBS-Direktoren

(os). Ein Erlass der alten CDU/FDP-Landesregierung sorgt bei den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Niedersachsen für Aufruhr: Berufsfachschulen sollen Schülern, die noch keine Lehrstelle gefunden haben, künftig erst im Mai eine konkrete Zusage für die Aufnahme im kommenden Schuljahr geben. Bislang wurden diese Zusagen im Februar verschickt.
„Wir sind nicht glücklich mit dem Erlass, weil er nicht umsetzbar ist“, sagt Johanna Eggeling, Leiterin der BBS Buchholz. Angesichts von 1.000 Bewerbungen müsse ihre Schule Planungssicherheit haben. Sie habe die Zusagen für das kommende Schuljahr bereits verschickt - verbunden mit der Empfehlung, sich weiter um eine Ausbildungsstelle zu bemühen.
„Er Erlass ist eine Farce“, kritisiert auch Bernd Habekost, Vorsitzender der Direktorenvereinigung der Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen. Er orientiere sich nicht an den Belangen von Schule und Schülern, sondern sei rein an Wirtschaftsinteressen ausgerichtet.
Mit dem Erlass wollte der Ex-Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) Schüler zwingen, sich länger als bisher um eine Ausbildungsstelle zu bemühen. Die Initiative ging von der Industrie- und Handelskammer und den Handwerkskammern aus. Die neue Regierung hat sich noch nicht zum Erlass der Vorgänger geäußert. Habekost: „Es ist ein starkes Stück, dass den BBS unterstellt wird, die Schüler falsch zu beraten“. Mancher Schüler sei wirklich noch nicht ausbildungsreif: „Und hier helfen unsere Schulen der Wirtschaft.“