Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Das Kita-Konzept ist nicht an die moderne Arbeitswelt angepasst"

Wie hoch dürfen die Kindergarten-Gebühren sein? Darüber gibt es in Buchholz eine Diskussion (Foto: fotolia/Kneschke)

Diskussion um Betreuungsgebühren in Buchholz nimmt Fahrt auf

os. Buchholz. Große Resonanz auf den WOCHENBLATT-Artikel "Diskussion um Kita-Gebühren": Zahlreiche Briefe und Mails erreichten die Redaktion. Wie berichtet, hatte sich das Buchholzer Ehepaar Britta und Ulf Böttcher in die Öffentlichkeit begeben, weil es die Betreuungsgebühren für ihre beiden Söhne als zu hoch ansieht. Wir fassen die Zusendungen einiger WOCHENBLATT-Leser zusammen.

"Angesichts der parteiübergreifend erkannten Notwendigkeit der Förderung des Krippenausbaus, der frühkindlichen Bildung sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die in Buchholz bestehende Gebührenstaffel nicht mehr zeitgemäß und wirkt den gewünschten Zielen entgegen", erklärt Leser Matthias Grambow. Nach Einführung der kostenlosen ersten fünf Betreuungsstunden in Hamburg ab Sommer dieses Jahres zahle man in Buchholz für die achtstündige Betreuung des ersten Kindes über 300 Euro mehr als in Hamburg. Er sei gerne bereit, für den vorbildlichen höheren Personalschlüssel in Buchholz mehr zu zahlen. "Der Unterschied in der vorgenannten Höhe ist aus meiner Sicht aber keinesfalls gerechtfertigt", so Grambow. Er erwarte vor allem einen Vorstoß durch die Buchholzer SPD, die in ihrem Wahlprogramm formuliert hatte: "Wir wollen für Buchholz die stufenweise Abschaffung der Kindergartengebühren".

"Das Kindergarten- und Krippenkonzept in Buchholz ist total veraltet und nicht an die moderne Arbeitswelt angepasst", kritisiert Leserin Kristina Miesikowski. Sie stört sich vor allem daran, dass die Aufnahme in die Betreuungseinrichtung nur zu bestimmten Zeiten möglich ist. In Hamburg würden die Kinder in jedem Monat aufgenommen, in Buchholz nur zu Beginn des Kindergartenjahres. "Welche Familie richtet ihren Kinderwunsch bzw. den Zeitpunkt der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit nach dem Kindergartenjahr?", fragt Kristina Miesikowski. Angesichts der fehlenden Flexibilität seien die Kindergarten-Beiträge zu hoch.

"Wenn unsere Gemeinden sich weiterhin als familien- und kinderfreundlich bezeichnen wollen, besteht dringender Handlungsbedarf", schreibt Matthias Glage, Grünen-Ratsherr aus Stelle. Leider sei 2013 der Vorstoß der Grünen, in Stelle die Gebühren um zunächst 25 Prozent zu senken, von allen anderen Parteien abgelehnt worden. Angesichts der hohen Kita-Gebühren sei es kein Wunder, dass sich Deutschland immer mehr zur "Altenrepublik" entwickele.

Es gibt auch kritische Stimmen. Er könne die Probleme der Familie Böttcher bis zu einem gewissen Grad verstehen, schreibt Leser Rolf Klasing aus Tostedt. Er könne aber nicht verstehen, dass die Familie alles auf einmal haben wolle: Kinder und Karriere für beide Elternteile.

Halten Sie die Kindergartengebühren in Buchholz für angemessen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung unter red-buch@kreiszeitung.net.