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Der Ostring hat Zukunft

Michael Kreidner und Timo Hanke - die Initiatoren des Bürgerbegehrens, das dem Bürgerentscheid voran ging (Foto: Foto: os)

Bürgerentscheid: Deutliche Mehrheit will die Buchholzer Umgehungsstraße

rs. Buchholz. Der Bürgerentscheid über die Zukunft des Buchholzer Ostrings hat ein klares Ergebnis. Bei einer Wahlbeteiligung von 65,1 Prozent stimmten 61,8 Prozent der Wahlberechtigten für den Bestand der Ostring-Verträge zwischen der Stadt Buchholz und dem Landkreis Harburg. In diesen Verträgen wird sowohl die Trassenführung als auch die Finanzierung geregelt. Erstmals liegt mit dem Bürgerentscheid ein Votum aller interessierten Buchholzer in Sachen Ostring auf dem Tisch - jenseits aller persönlichen Befindlichkeiten.
Wie berichtet, wollte die bunte Buchholzer Stadtratsmehrheit, getragen von SPD und Grünen, die Verträge mit dem Landkreis kündigen und so den Ostring beerdigen - wenn nicht für immer, so doch für lange Zeit. Jetzt ist die Ratsmehrheit für die nächsten zwei Jahre an das Votum der Bürger gebunden.
Doch die neue Umgehungsstraße, für die schon vor zwei Jahren der Baustart erfolgte, ist auch nach dem Bürgerentscheid kein Selbstgänger. Die größte Hürde: Eine Klage des Landwirts Heinrich Behr. Behr konnte sich mit Stadt und Kreis nicht über den Verkauf von Flächen für den Ostring-Zubringer "Heidekamp" einigen, klagte gegen die beabsichtigte Enteignung und bekam vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg in vollem Umfang recht.
Das Verwaltungsgericht kippte die Baugenehmigung für die komplette Umgehungsstraße. Ließ auch keine Rechtsmittel dagegen zu - bis auf die Möglichkeit, einen Antrag auf Berufung zu stellen. Das Verfahren ruht auf Antrag des Kreises, das Urteil hat deshalb noch keine Rechtskraft erlangt. Derzeit herrscht offenbar Funkstille zwischen Grundeigentümer und den Behörden, das Bürgervotum böte einen Anlass für neue Gespräche. Doch auch wenn Behr seine Klage zurückziehen sollte, wäre der Ostring-Bau kein Selbstgänger. Zwei weitere Klagen stehen im Raum.
Fazit: Auch nach dem klaren Bürger-Votum für den Ostring, ist dessen Realisierung nicht sicher. Zumal, weil man davon ausgehen darf, dass auch künftig im Stadtrat nicht mit einer Stimme für den Ostring gesprochen wird. Aber zumindest hat der Bau der Umgehungsstraße zwischen Seppensen und Vaensen jetzt wieder eine Zukunft.
Dass der Ostring nicht schon Geschichte ist, haben die Buchholzer vor allem einem Mann zu verdanken: Günter Helmrich. Der 74jährige, der Jahrzehnte im Stadtrat saß (erst für die FDP, dann für die CDU), bei der jüngsten Wahl aber nicht wieder gewählt wurde, gilt als "Vater" des Bürgerentscheids. Helmrich hat die Initiatoren zusammengebracht und ein großen Teil der für das Bürgervotum nötigen Stimmen persönlich gesammelt.