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Deutsche Post räumt Probleme ein

Die Karte zeigt, wo Postkunden in den vergangenen Wochen in Buchholz Probleme bei der Briefzustellung monierten (Foto: Grafik: MSR)

Große Resonanz auf WOCHENBLATT-Artikel zur Briefzustellung in Buchholz / Postsprecher: „Wir kämpfen an allen Fronten“

os. Buchholz. „Als ich den Artikel las, blieb mir wirklich die Spucke weg. Was die Postsprecherin da von sich gibt, ist eine bodenlose Frechheit, die mit der Realität nichts zu tun hat.“ Diese Zuschrift von WOCHENBLATT-Leserin Ulrike Krone zu der Briefzustellung in Buchholz erreichte die Redaktion nach dem Artikel „Elf Werktage für eine einfache Briefzustellung“ - neben zahlreichen anderen
E-Mails, Anrufen und Besuchen im WOCHENBLATT-Verlagshaus. Alle Verfasser berichteten über teilweise erhebliche Verspätungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen. Wie berichtet, hatte Postsprecherin Maike Wintjen erklärt, dass es aus Sicht der Deutschen Post keine Verzögerungen bei der Zustellung in Buchholz gebe.
Die Zuschriften der Leser ergeben ein anderes Bild. Offenbar bestehen die Probleme bereits seit einigen Monaten, viele der geschilderten Beispiele trugen sich aber in den vergangenen zwei Wochen zu. Die Auswirkungen für die Postkunden sind vielfältig:
• „Als Abonnent einer Tageszeitung (Neuer Zürcher Zeitung) müsste ich jeden Werktag Post bekommen“, erklärt WOCHENBLATT-Leser Dr. Richard Everett aus Buchholz. In der vergangenen Woche habe er lediglich drei Ausgaben erhalten, die anderen Ausgaben kamen Anfang dieser Woche. „Der Wert einer verspäteten Zeitung ist bekanntlich gering. Wenn das so weiter geht, muss ich das Abo kündigen“, so Everett.
• Da der Brief einer Versicherung nach dem Termin für eine Überweisung für eine Reise-Rücktrittsversicherung zu spät ankam, musste WOCHENBLATT-Leserin Maria Thiemann auf einen Abschluss verzichten. „Ich hoffe, dass mir keine Krankheit den Urlaub vermiest“, erklärt Thiemann.
• Einen Tag nach einer Beerdigung im Rheinland erhielt Leserin Dorothee Getz die Einladung. „Wäre ich nicht vorher telefonisch unterrichtet worden, hätte ich nichts erfahren“, sagt Getz.
• Am 25. Oktober erreichte die WOCHENBLATT-Leser Daniela Magulski und Alexander Winkler eine Vorladung für das Familiengericht. Der Termin war am 13. September, der Brief war am 18. August (!) abgeschickt worden. Nur durch Zufall erfuhren Magulski und Winkler einen Tag zuvor von dem Gerichtstermin, sodass sie diesen mit viel Organisationsaufwand wahrnehmen konnten.
• Eine WOCHENBLATT-Leserin verpasste ein Vorstellungsgespräch, weil die Einladung acht Tage nach dem Termin ankam.
• „Ich werde künftig auf meine Ratsunterlagen in Papierform und damit auf den Service der Deutschen Post verzichten“, berichtet die Buchholzer CDU-Ratsfrau Sigrid Spieker. Ihre Unterlagen für die konstituierende Sitzung des Stadtrates wurden in der vergangenen Woche einen Tag nach der Sitzung zugestellt.
Auch in verschiedenen Internetforen wurde der WOCHENBLATT-Artikel geteilt und kommentiert. Tenor: Viele Bürger im gesamten Stadtgebiet von Buchholz haben Erfahrungen mit verspäteten Briefzustellungen gesammelt.
Auch das NDR 1-Radio thematisierte die Probleme der Deutschen Post am Montagnachmittag. In dem Beitrag kam auch WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander zu Wort.
Mit der Vielzahl von Bürgerprotesten konfrontiert, vollzieht die Deutsche Post eine Rolle rückwärts und gibt zu: „Wir haben in Buchholz einen Personalmangel. Wir haben derzeit nicht die Stabilität bei den Zustellungen, wie wir sie uns wünschen“, erklärt Postsprecher Jens-Uwe Hogardt. Der Krankenstand des Personals sei hoch, wie auch die Fluktuation der Mitarbeiter. Die Kapazitätsgrenze der Zusteller sei ausgereizt. „Wir kämpfen an allen Fronten“, räumt Hogardt ein. Man versuche mit allen Mitteln, neue Mitarbeiter zu gewinnen, die im Weihnachtsgeschäft und darüber hinaus für die Deutsche Post tätig sein wollen. Dafür habe man Stellenanzeigen geschaltet und ein Bewerbertelefon (Tel. 040-797013909) eingerichtet. Hogardt: „Wir versuchen alles, um in Buchholz und Umgebung wieder Stabilität reinzubekommen.“
• Sind Sie in Ihrer Kommune auch von verspäteten Briefzustellungen betroffen. Dann schreiben Sie eine E-Mail an os@kreiszeitung.net.

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