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Diskussion über Neubaugebiete

In Trelde und Holm-Seppensen sollen 30 Bauplätze entstehen / Gesamtkonzept für die Oststadt abgelehnt

os. Buchholz. In Buchholz sollen rund 30 neue Bauplätze entstehen. Das hat der Verwaltungsausschuss (VA) am Montagabend mit großer Mehrheit beschlossen. Die neuen Eigenheime sollen demnach in Trelde und in Holm-Seppensen gebaut werden.
In Trelde sollen zwischen dem Gasthaus Wentzien und dem angrenzenden Schießstand des Schützenvereins Trelde drei Bauplätze entstehen. Zuvor hatte die Verwaltung dem Antrag des Ortsrates, dort ein richtiges Neubaugebiet zu schaffen, einen Riegel vorgeschoben. Die drei Bauplätze sollen über sogenannte Einvernehmensfälle geregelt werden, bei dem der Bauherr einen Bauantrag stellt und dieser dem Fachausschuss zu Genehmigung vorgelegt wird.
In Holm-Seppensen sollen auf einem Areal am Holmer Weg 15 bis 20 Bauplätze in dreizeiliger Bebauung geschaffen werden. Eine Bebauung auf der gegenüberliegenden Seite, am Pulverbach, lehnte der VA ab. Am Weg zur Mühle in Holm-Seppensen sollen sieben Bauplätze entstehen. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, eine zweizeilige Bebauung mit 20 Häusern zu erlauben. Dem folgte der Planungsausschuss nicht.
Das bei Weitem größte Neubaugebiet - die Oststadt in der Nähe des Finanzamts - wird vorerst nicht erschlossen. Der VA lehnte es mit vier zu drei Stimmen bei vier Enthaltungen ab, ein Konzept zur Entwicklung der Flächen aufzustellen. Der Planungsausschuss hatte das Konzept in seiner jüngsten Sitzung noch mehrheitlich empfohlen.
Wie berichtet, hatte SPD-Ratsherr Norbert Stein für seine Partei die Entwicklung der Oststadt mit bis zu 1.800 Wohneinheiten beantragt. Der Ausschuss war sich einig, dass so viele neue Einwohner große Auswirkungen auf die Infrastruktur der Stadt hätten - z.B. müssten neue Plätze in Schulen geschaffen werden. Zudem hatte es Bedenken wegen der ungeklärten Verkerhserschließung gegeben. ADAC-Vertreter Ralf Verdieck warnte: „Wir weisen immer Neubaugebiete aus, ohne uns um eine vernünftige Anbindung zu kümmern. Genau das müssen wir aber bei einem so großen möglichen Neubaugebiet wie der Oststadt machen.“

KOMMENTAR

Die entscheidenden Weichen wurden nicht gestellt

Der Siedlungsdruck in Buchholz ist unvermindert hoch. Viele Familien wollen sich in der Nordheidestadt ansiedeln. Da sind 30 zusätzliche Bauplätze ein gutes Zeichen. Allein, sie sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Jetzt rächt sich, dass es der scheidende Stadtrat in den vergangenen fünf Jahren verpasst hat, rechtzeitig die Weichen für ein größeres Baugebiet in Buchholz zu stellen. Einige Neubaugebiete - z.B. im Kyrill-Wäldchen an der Bremer Straße und auf dem ehemaligen Hillmer-Gelände an der Soltauer Straße - sind zwar auf den Weg gebracht worden. Sie kommen aber reichlich spät - womöglich zu spät, um die galoppierenden Grundstückspreise in Buchholz zu dämpfen.
Dass Bauplätze in der Nordheidestadt (zu) knapp sind, war schon zu Beginn der Wahlperiode kein Geheimnis. Spätestens nachdem das Neubaugebiet am Kattenberge zügig abverkauft worden war, hätte die Diskussion über den Standort eines weiteren Baugebietes beginnen müssen. Stattdessen ließ sich der Stadtrat von Baudezernentin Doris Grondke fast zwei Jahre vertrösten, um zuerst ihr Lieblingskind, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), mit viel Personaleinsatz und noch mehr Steuergeld umzusetzen. Jetzt liegt das ISEK vor, und die Laienpolitiker tun sich reichlich schwer damit, aus dem Wust an potenziellen Bauplätzen die richtigen herauszufiltern. So wird gekleckert, anstatt zu klotzen.
Ein zweites, mindestens so gravierendes Problem, das parallel angegangen werden müsste, ist bis dato ungelöst und verschärft sich mit jeder neuen Wohneinheit: Die Verkehrsinfrastruktur in der Buchholzer Innenstadt ist längst an ihre Grenzen gestoßen. Dass es in den vergangenen fünf Jahren nicht gelungen ist, den Streit um die Ostumfahrung Ostring beizulegen und gemeinsam zu einem tragfähigen Kompromiss zu kommen, ist das Versäumnis des scheidenden Rates. Dass ausgerechnet jetzt Norbert Stein, einer der größten Ostring-Gegner, die Entwicklung der Oststadt mit 1.800 Wohneinheiten ins Gespräch bringt, ist überaus verwunderlich. Stein hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Ostring zu verhindern. Er bleibt dabei, dass die Alternative - der Bypass - leistungsfähig sei und auch die zusätzlichen Bürger in der Oststadt aufnehmen könnte. Realistische, zukunftsgerichtete Politik für das Wohl der Menschen in der Stadt Buchholz sieht anders aus. Das hat wohl auch der Verwaltungsausschuss so gesehen und Steins Utopie eine Absage erteilt.Oliver Sander