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Fahrschulprojekt: Polizei sensibilisiert Fahranfänger

"Was sind Eure Lebensträume?": Polizistin Katharina Henne verteilt an die Fahrschüler Zettel an die Teilnehmer des neuen Projektes
os. Buchholz. "Was denken Sie jetzt?", fragt Polizistin Katharina Henne. Schweigen bei den jungen Fahrschülern. Betretenheit. Nachdenklichkeit. Die Jugendlichen müssen erst mit den Bildern klarkommen, die sie gerade gesehen haben: Im Rahmen des neuen Fahrschulprojektes der Polizei, der Verkehrswacht und der Fahrschulen im Landkreis Harburg verdeutlichten Katharina Henne und ihr Kollege Ben Linz am vergangenen Dienstag in der Buchholzer Fahrschule Fletschok mit zum Teil drastischen Bildern die Folgen von Verkehrsunfällen. In den Videos wurden auch Sequenzen von den Originalschauplätzen der Crashs gezeigt.
"Wir wollen die Fahranfänger auf emotionaler Ebene packen und sie für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren", sagt Polizeisprecher Jan Krüger. Noch immer sei die Gruppe der 18- bis 25-jährigen Fahrer besonders unfallgefährdet. Sie bildet nur sieben Prozent der Bevölkerung, ist aber bei mehr als einem Drittel der Unfälle mit Verletzten beteiligt. Vor allem außerhalb geschlossener Ortschaften passieren viele Unfälle.
Die Polizei hat für die Präventionsarbeit 14 Beamte ausgebildet. Sie gehen in den Theorieunterricht der Fahrschulen und animieren die Fahrschüler zum Mitmachen. Das beginnt bei Fragen nach den Lebensträumen und geht bis zu den Möglichkeiten, Unfälle zu vermeiden. Die gravierenden Folgen einer kleinen Unachtsamkeit verdeutlichte Katharina Henne: Sie brachte den Luftballon zum Platzen, auf dem die Wünsche der jungen Fahrschüler angebracht waren - das Abitur schaffen, eine Familie gründen, eine gutes Auskommen haben, war dort u.a. zu lesen. "So schnell können Träume zerplatzen", betonte Henne.
Die Teilnahme der Fahrschulen ist freiwillig. Polizeisprecher Krüger ist aber sicher, dass viele Unternehmen mitmachen werden. So wie die Fahrschule Fletschok in Buchholz: "Diese Art der Ansprache der jungen Menschen ist im normalen Fahrschulbetrieb nicht machbar", erklärt Fahrlehrer Jörg Becker.
"Ich finde es gut, dass dieses Projekt stattfindet", sagt Hendrik (17), der am Dienstag seine erste Fahrstunde hatte. "Die Bilder lassen einen nachdenken". Er werde sicher besonders passiv fahren, erklärt Hendrik. Und hört den Appell der Polizisten Henne und Linz: "Habt keine Angst vor dem Autofahren. Aber habt Respekt!"