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FDP fordert mehr männliche Erzieher in deutschen Kindertagesstätten

Bislang kümmern sich in Kindertagesstätten vor allem Frauen um die Erziehung der Kleinen (Foto: pixelio/Helene Souza)
(os). Lediglich 3,6 Prozent der Krippen-Mitarbeiter in Deutschland sind männlich. Das soll sich in Buchholz nun ändern: Die FDP-Ratsfraktion hat beantragt, bei gleicher Eignung solange männliche Bewerber als Erzieher zu berücksichtigen, bis sich der Anteil auf mindestens 20 Prozent der Krippen-Belegschaft erhöht hat. "Das dient gleichermaßen den Kindern, dem Abbau überholter Rollenklischees und dem Profil der Stadt Buchholz als fortschrittliche, familienfreundliche Kommune", heißt es im FDP-Antrag.
Kann die Initiative aus Buchholz Vorbildcharakter auch für andere Kommunen haben? Die Buchholzer Freidemokraten regen an, eine Kooperation mit dem Programm "Mehr Männer in Kitas" des Bundes-Familienministeriums anzustreben. Das Ministerium zog am Mittwoch eine positive Bilanz des Projektes, das es vor drei Jahren initiiert hatte. "Wir haben wichtige Pionierarbeit geleistet. Nun gilt es, den positiven Trend zu verstetigen", sagte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Familienministerium.
Drei Jahre nach dem Start des Modellprojektes seien bundesweit 20.000 Erzieher in Kindertagesstätten tätig. Damit habe sich die Zahl der Erzieher um mehr als die Hälfte gesteigert, so Stroppe. Berücksichtige man die durchscchnittliche Ausbildungszeit für Erzieher von drei Jahren, werde sich der Anteil der männlichen Erzieher weiter erhöhen.
Für das Programm griff der Bund tief in die Tasche: Die 16 Modellprojekte in 13 Bundesländern von "Mehr Männer in Kitas" kosteten mehr als 13 Millionen Euro. Finanziert wurde das aus Mitteln des Bundes-Familienministeriums und des Europäischen Sozialfonds (ESF). Für die FDP ist das Geld gut angelegt: Es sei für das Aufwachsen von Kindern wichtig, dass sie frühzeitig weibliche und männliche Bezugspersonen haben.