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Friedensaktivisten marschierten gegen Krieg und Faschismus

Rund 50 Friedensaktivisten beteiligten sich am Ostermarsch Nordheide
  bim. Buchholz. Rund 50 Friedensaktivisten versammelten sich am Samstag zum "Ostermarsch Nordheide" unter dem Motto "Nie wieder Faschismus - Schluss mit den Kriegen" auf dem Peets Hoff in Buchholz. Nach Reden von Bea Trampenau von der Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh und Hans-Christian Keunecke von der Friedensgruppe Nordheide marschierten die Teilnehmer, darunter viele Jugendliche, zunächst zum Rathauspark.
Seit 54 Jahren finden bundesweit Ostermärsche für Frieden, gegen Aufrüstung und Kriegsgefahr statt. Der diesjährige war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes: "Vor 100 und vor 75 Jahren führte deutsche Außenpolitik zu zwei Weltkriegen mit verheerenden Folgen für die europäische und weltweite Bevölkerung", so Bea Trampenau. Außerdem jährte sich am Samstag der 69. Jahrestag der Befreiung der Nordheide vom Faschismus. "Buchholz hat sich in den 69 Jahren verändert. Keiner hätte sich damals träumen lassen, dass heute 192 vor Krieg und Verfolgung Flüchtende aus der ganzen Welt willkommen geheißen werden", sagte Bea Trampenau zu den in Buchholz angekommenen Asylbewerbern. Asylrecht für alle, Antifaschismus und bedingungslose Friedenspolitik hingen unmittelbar zusammen.
Deutschland liege bei den Rüstungsexporten weltweit auf Platz drei und in der EU sogar an erster Stelle. Und in der Bundespolitik gehe es täglich um Auslandseinsätze, neue Kriegsgeräte und um ein immer größeres Terrain, in das Deutschland meine, sich einmischen zu müssen, so Bea Trampenau, die Mali, Syrien, Afghanistan und die Ukraine nannte.
Hans-Christian Keunecke ergriff für die Friedensinitiative Nordheide das Wort. "Militärische Auslandseinsätze, also Kriege, lösen keine Probleme, sondern schaffen stattdessen neue. In vielen Ländern wie im Irak oder in Afghanistan sind sie die Hauptursache dafür, dass es keine soziale und zivile Entwicklungsperspektive gibt", so Keunecke. Als Folge von Kriegen seien viele Menschen zur Flucht gezwungen.
Rechtfertigungen für den Einsatz des Militärs, wie die "Schutzverantwortung für Menschenrechte" oder der Kampf gegen den "islamistischen Terror" sollen die Bevölkerung in den westlichen Industrieländern dazu bringen, die finanziellen und sonstigen Lasten von Hochrüstung und Krieg zu ertragen oder zu unterstützen. Die eigentlichen Gründe wie die Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Interessen sollen nicht ins Bewusstsein dringen, denn es seien die Interessen von großen, international agierenden Konzernen, die den ungehinderten Zugang zu billigen Rohstoffen und Märkten durchsetzen oder aufrecht erhalten wollen, so Keunecke.
Denen, die Angst haben, dass unter dem Zustrom von Flüchtlingen die deutsche Kultur leide, sagte Keunecke: "Wer Kriegswaffen sät, wird Flüchtlinge ernten. Wir heißen sie hier willkommen."
Unterstützt wurde der Ostermarsch auch u.a. von der Partei "Die Linke". "In diesem Jahr, da sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal und der des Zweiten sich zum 75. Mal jährt, in dem selbst die deutsche Regierung angeblich dieser historischen Daten gedenken will, sprechen sich Ursula von der Leyen, 'Kriegsministerin' mit Familienfreundlichkeits-Gedanken, Frank-Walter Steinmeier und Bundespräsident Joachim Gauck für mehr deutsches Engagement in der internationalen Krisenbewältigung aus, was aktuell bedeutet, dass Deutschland neuen Auslandseinsätzen zustimmt", so Anja Stoeck von den Linken im Landkreis Harburg.
Mitgetragen wurde die Veranstaltung u.a. auch von den Naturfreunden Hamburg, der Kommunistischen Gruppe Buchholz, der DKP Lüneburg sowie der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes".
Anschließend marschierten die Teilnehmer die rund vier Kilometer zur Erholungs- und Begegnungsstätte "Heideruh" in Seppensen.