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Gegen Krieg und Faschismus

Engagieren sich für den Frieden (v. li.): Jan Jacobs, Christian Keunecke und Gabi Meyer
 
Vom Bahnhof Holm-Seppensen führte der Ostermarsch zum Ferienheim "Heideruh"
bim. Holm-Seppensen. Tausende Menschen gingen am Karsamstag bundesweit auf die Straßen, um mit Ostermärschen gegen Krieg und Waffenexporte aus Deutschland zu demonstrieren. Der wohl kürzeste in Niedersachsen fand mit 3,1 Kilometern in der Nordheide in Holm-Seppensen statt. Am dortigen Bahnhof hatte das Wohn- und Ferienheim Heideruh im Rahmen des "Heideruher Friedensfestes" zu einer Kundgebung eingeladen. Anschließend marschierten die rund 60 Teilnehmer zu dem Wohn- und Ferienheim in Seppensen. "Nie wieder Faschismus - Schluss mit den Kriegen!", lautete ihre Forderung.
"Faschismus und Krieg gehören zusammen. Also gehören sie auch zusammen bekämpft", so Bea Trampenau von "Heideruh". Seit 2001 seien in den "Kriegen gegen den Terror" von USA und Nato annähernd 1,7 Millionen Menschen, vor allem im Irak, in Afghanistan und Pakistan gestorben, darunter zum Großteil Zivilisten. Sie verurteilte auch die Kriegszustände in Libyen, Syrien und Mali. "Ein Eingreifen der Nato-Staaten erfolgt nicht aus 'globaler Verantwortung', sondern weil sie eigene Interessen verfolgen, den Zugang zu Rohstoffen umd Märkten durchsetzen oder sichern wollen", so Bea Trampenau weiter.
Allein die Bundesrepublik habe 2011 etwa 47 Milliarden Dollar für ihr Militär ausgegeben. Weltweit sei die Bundesrepublik der drittgrößte Waffenexporteur. "Rüstungsausgben sind eine gigantische Verschwendung. Die hier eingesetzten Gelder fehlen bei der Lösung sozialer und ökologischer Probleme", sagte Bea Trampenau.
Auf die Historie der Ostermärsche ging Anja Stoeck vom "Heideruh"-Vorstand ein. Bereits Ende der 50er Jahre habe es zwei Gruppen gegeben, die sich gegen Atomwaffen engagierten. Der erste Ostermarsch in Deutschland führte 1960 von Hamburg über Sprötze, Schneverdingen und Soltau nach Bergen-Hohne, wo Atomraketen getestet werden sollten.
Nach einer Hochphase sei die Friedensbewegung zwar kleiner geworden. Angesichts der zunehmenden Zahl militärischer Auseinandersetzungen habe sie aber nicht an Bedeutung verloren, so Stoeck sinngemäß.
Besonders erfreut waren die erfahrenen Friedensaktivisten, dass sich auch etliche junge Menschen an der Aktion beteiligten. Zwei Mitglieder der Linksjugend "Solid" erinnerten u.a. daran, dass die Heidebahnstrecke 1945 auch für den Transport von KZ-Häftlingen genutzt wurde, die in Güterwagen zusammengepfercht waren. Auch im Zweiten Weltkrieg sei es nicht um Menschenleben, sondern um wirtschaftliche und machtpolitische Interessen gegangen, kritisierten die Jugendlichen.
Mechthild Hartung, Landessprecherin der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten", erinnerte an Ostersonntag 1923, als in der Buchholzer Innenstadt ein Gedenkstein für die Gefallenen "Helden des Ersten Weltkriegs" errichtet wurde, der später um die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erweitert wurde. "Wo ist das Denkmal für die Opfer", fragte sie, bevor sie selbst einen kleinen symbolischen Gedenkstein mit der Aufschrift: "Schluss mit Kriegen. Nie wieder Faschismus" enthüllte.