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Geld spielt keine Rolle

Die Fußgängerzone soll in Richtung Post erweitert werden
 
Bänke und Beete sollen verschwinden

Für 1,5 Millionen Euro soll die intakte Buchholzer Fußgängerzone umgebaut werden / Eichen statt Kirschbäume



rs. Buchholz. Mit dem Geld anderer Leute lässt sich gut planen: Für rund 1,5 Millionen Euro will die Stadt Buchholz in den kommenden Jahren die Innenstadt verschönern. Bezahlen soll der Steuerzahler - und die Anlieger.

Der Anlass der Millionen-Planung, ein FDP-Antrag, der sich ganz harmlos liest: Die Verwaltung solle ein Gesamtkonzept für die Gestaltung der Fußgängerzone vorlegen und dabei besonders die Probleme mit der Naturstein-Pflasterung in der Fußgängerzone im Sinn der Älteren und Behinderten beheben.

Mit einem 10.000 Euro-Auftrag an das Hamburger Planungsbüro "arbos" schaffte sich Thomas Söller, Chef des städtischen Fachdienstes "StadtGrün", die Aufgabe vom Hals. Die Hamburger Freiraum-Planer gingen in die Vollen. In sechs Abschnitte gegliedert, sollen die Fußgängerzone, der Bereich vor der Post bis zum Mini-Kreisel sowie die Fläche vor dem Dehli-Kino und der Passage runderneuert werden.
Allein die Neugestaltung des 200 Meter langen Thomasweg soll 336.032 Euro kosten. Wobei die 32 Euro am Schluss wohl lediglich Kostenseriösität vorgaukeln sollen. Den tatsächlich gibt es kaum ein öffentliches Bauvorhaben, bei dem der Kostenrahmen eingehalten wird.

Für die Umgestaltung der restlichen Fußgängerzone sind rund 560.000 Euro veranschlagt. Die Verlängerung der Fußgängerzone bis vor die Post soll 112.000 Euro kosten und die Neugestaltung des Kinovorplatzes 333.500 Euro - macht rund 1,5 Millionen Euro, mindestens!
Was macht die Sache so teuer? Neues Pflaster soll her. Und alles verschwinden, was bis jetzt die Buchholzer Innenstadt ein wenig kuschelig macht: Sämtliche Einbauten sollen weg - von der Sonnenuhr und den Sitzmulden bis zu den Beeten und Steinbänken an der Rückseite des City-Centers. Und statt der japanischen Kirschbäume sollen punktuell deutsche Eichen den Fußgängerbereich, Geschäfte und Wohnungen beschatten.

Dabei wollten die Liberalen mit ihrem Antrag im Sinn von Senioren, Radfahrern und Kindern lediglich erreichen, dass das Holper-Granitpflaster gegen glattes Pflaster ausgetauscht wird, dass an allen Enden der Fußgängerzone Radabstellbügel installiert und neue und besser nutzbare Spielgeräte aufgestellt werden. "Wir sind da von deutlich unter 50.000 Euro ausgegangen", so FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky.

Es ist wohl Bürgermeister Wilfried Geiger, der bei seinen Wunschträumen von einer schnieken Stadt dann und wann die Finanzen aus dem Auge verliert. Dabei ist er bei der neuen bunten Mehrheit (SPD, Grüne, Piraten und Buchholzer Liste) in bester Gesellschaft. Doch das vom Bürgermeister angestrebte ganzheitliche Konzept für die Buchholzer Innenstadt wird wohl über die Jahre genau so in den Schubladen der Verwaltung in Vergessenheit geraten, wie etwa die Wohnbauflächenuntersuchung oder das Rad-,Reit- und Fußwegkonzept der Stadt und vieles mehr. Naja, sind ja bloß Steuergelder, und Planer und Gutachter wollen schließlich auch leben.