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Grabklau schockt Witwe

Ursula Berchtold zeigt auf die Stelle, an der die Weide bislang stand

Unbekannte entwenden Weide / "Der ideelle Wert ist für mich sehr hoch"

os. Sprötze. "Ich kann die Menschen nicht verstehen, die so etwas machen. Sie können doch keine Freude an dem Bäumchen haben!" Ursula Berchtold (64) ist immer noch geschockt. Unbekannte haben vom Grab ihres Mannes Horst auf dem Friedhof in Buchholz-Sprötze eine Weide gestohlen. "Der materielle Schaden ist sicher gering, der ideelle Wert dafür umso größer", klagt die Witwe.
2012 starb Horst Berchtold im Alter von 62 Jahren an einem Hirntumor. Mit viel Liebe gestaltete Ursula Berchtold das Grab ihres Mannes. Sie stellte eine Bank auf, auf der sie ihm nahe sein kann, und pflanzte einen kleinen Weidenbaum. "Meinem Mann hat diese Art so gut gefallen", erinnert sich die Witwe. "Er hat gesagt, dass er so einen Baum auch an seinem Grab haben möchte."
Innerhalb von drei Jahren wuchs die Pflanze auf eine Höhe von mehr als 1,50 Meter, die Äste waren zu einer Kugel geschnitten. "Gerade im Frühjahr sah sie mit ihren weiß-roséfarbenen Blüten toll aus", sagt Ursula Berchtold. Vor wenigen Tagen der Schock: Die Weide war verschwunden, Unbekannte hatten sich die Mühe gemacht, das Bäumchen auszugraben. "Ich bin unendlich traurig", sagt Ursula Berchtold.
Der Grabklau reiht sich ein in ähnliche Vorfälle in der Region, über die das WOCHENBLATT berichtete. Egal ob der Diebstahl von Bronzefiguren in Hittfeld (Landkeis Harburg), der Blumenklau in Dollern (Landkreis Stade) oder die Entwendung von Engeln in Tostedt und Buxtehude - immer ließen die skrupellosen Langfinger verständnislose Angehörige zurück. Wie Ursula Berchtold, die die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben hat: "Vielleicht entdeckt der Dieb ja sein Gewissen und er bringt den Baum zurück..."