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Hat die Buchholzer Musikschule eine Zukunft?

Am Birkenweg ist das Büro der Musikschule für die Stadt Buchholz untergebracht. Auch in Zukunft noch? (Foto: archiv / os)

Buchholz: Stadt soll nach dem Willen der Politik den jährlichen Zuschuss in Höhe von 76.000 Euro streichen / "Dann müssen wir schließen"

os. Buchholz. Wie geht es weiter mit der Musikschule für die Stadt Buchholz? Diese Frage stellt sich nach der Mehrheitsentscheidung (8:3 Stimmen) des Verwaltungsausschusses (VA), dass Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse mit dem Vorsitzenden des Musikschul-Trägervereins, Prosper-Christian Otto, über die künftige Zusammenarbeit verhandeln soll. "Eines ist klar: Wenn die Stadt die Förderung einstellt, wird es die Musikschule in der jetzigen Form nicht mehr geben", betont Otto vor dem Gespräch am kommenden Dienstag, 26. Mai.
Der VA hatte Röhse drei Punkte mitgegeben. Die bisherige Förderung der Musikschule in Höhe von 76.000 Euro pro Jahr soll demnach entfallen. Die Musikschule solle in Abstimmung mit den Schulen für den Nachmittagsunterricht Musik-AGs anbieten, die Stadt der Musikschule dafür im Gegenzug Schulräume kostenlos zur Verfügung stellen. Zudem solle die Stadt nachgewiesene Einnahmeausfälle der Musikschule ausgleichen, wenn diese Preisnachlässe für einkommensschwache Familien gewährt.
Ohne die Förderung könne die Musikschule nicht überleben, betont Otto. Sie werde als Verein geführt und müsse mit sicheren Einnahmen kalkulieren. "Wir reden hier über rund 40.000 Euro pro Monat, die wir aus dem städtischen Zuschuss und den Musikschulgebühren finanzieren", beschreibt Otto. Wenn der Zuschuss entfalle, werde man die Musikschule schließen. "Keinem Vorstandsmitglied ist es zuzumuten, für die entstehenden Kosten mit seinem persönlichen Vermögen zu haften", so der Vereinsvorsitzende. Otto erinnert daran, dass die Arbeitsplätze von 35 Musiklehrern auf dem Spiel stehen. "Die Politik wird entscheiden müssen, ob sie eine Musikschule betreiben will oder nicht", betont Otto. Derzeit werden an der Musikschule rund 800 Schüler unterrichtet.
Otto erinnerte an die Gründung des Trägervereins. "1984 hatte die Stadt gerade die kommunale Jugendmusikschule vor die Wand gefahren", sagt er. Damals habe die Stadt für 120 Schüler umgerechnet satte 180.000 Euro pro Jahr aufgebracht.
Bürgermeister Röhse setze sich für eine weitere feste Förderung ein, weil die Musikschule eine sehr gute Arbeit leiste, erklärt Stadtsprecher Heinrich Helms. Allerdings müssten die Abrechnungsprobleme (das WOCHENBLATT berichtete) behoben werden.
Die Ergebnisse der Verhandlungen werden der Politik vorgelegt. Diese wird entscheiden müssen, ob es in Zukunft eine feste oder nur noch eine projektbezogene Förderung geben wird.