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"Ich bin nur noch einem Impuls gefolgt"

Nils Fehse (Mi.) reagierte blitzschnell und verfolgte die vermeintlichen Diebe. Karl-Heinz Langner (li., Weisser Ring) und Carsten Bünger (Polizei) hatten die Aktion organisiert

"Aktionswoche für Zivilcourage": Nils Fehse reagierte als Zeuge eines vermeintlichen Diebstahls blitzschnell

os. Buchholz. Jagdszenen im Famila-Markt im Buchholzer Fachmarkzentrum: Kunde Nils Fehse (30) sprintete hinter dem vermeintlichen Dieb hinterher, hatte ihn schon gepackt, ehe er von Karl-Heinz Langner gestoppt und aufgeklärt wurde.
Fehse war am Donnerstagnachmittag realer Darsteller in einem fingierten Diebstahl: Im Rahmen der "Aktionswoche für Zivilcourage und gegen Gewalt" hatten Langner, Außenstellenleiter der Opferschutzorganisation "Weisser Ring", und die Buchholzer Polizei die Aktion initiiert. Ziel: Passanten dafür sensibilisieren, sich bei einer realen Straftat richtig zu verhalten.
Die Szenerie wirkte täuschend echt, die Akteure waren vorher von der Polizei genau eingewiesen worden: Rentnerin Inge Hellberg hatte gerade an einem Automaten Geld abgehoben, als sie von den Jugendlichen Kareem Bayaa und Marvin Jörgensen angesprochen wurde. Marvin lenkte die Frau mit einem Stadtplan ab, Kareem griff sich das Portemonnaie der Frau und gab Fersengeld. Inge Hellberg rief laut um Hilfe und blies in eine Trillerpfeife. Nils Fehse reagierte blitzschnell: "In der Situation habe ich nicht nachgedacht. Ich wollte den Dieb nur fassen." Als er Marvin mit dem Stadtplan gesehen habe, habe er sich an Fernsehberichte über Diebstähle erinnert, sagte Fehse. "Da wusste ich, dass hier irgendetwas nicht stimmt."
"Es war gut, dass Herr Fehse reagiert hat", lobte Carsten Bünger von der Polizeiinspektion Harburg. "Er hätte im Notfall sicher auch das Richtige getan." Was ist das Richtige? Bünger: "Wichtig ist, dem Opfer zu helfen, den Täter zu beobachten, die Polizei zu verständigen und sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen." Dass alles zusammen in Stresssituationen schwierig ist, sei der Polizei bewusst. Vor allem stehe der Grundsatz, sich nicht in Gefahr zu bringen.
Nach der Aktion befragte Langner andere Beobachter der Szenerie zu ihren Eindrücken und informierte am "Weisser Ring"-Stand über geeignete Maßnahmen zum Opferschutz und zu Zivilcourage.