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Jordan-Fläche: Mietvertrag immer noch nicht unterschrieben

Mit schwerem Gerät rückten die Bauarbeiter jüngst auf der Jordan-Fläche an
os. Buchholz. Die Bauarbeiten für die Unterkünfte für anerkannte Flüchtlinge auf der sogenannten Jordanfläche in der Buchholzer Innenstadt laufen bereits seit mehr als zwei Monatenauf. Die drei Baukörper für 150 Bewohner wachsen von Tag zu Tag. Der Mietvertrag zwischen dem Landkreis Harburg als Mieter und dem Investor Holger Cassens als Vermieter ist allerdings bis heute nicht unterschrieben. Das bestätigt Kreissprecher Johannes Freudewald auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Gleiches hatte Buchholz' Erster Stadtrat Dirk Hirsch auf der jüngsten Sitzung des Buchholzer Stadtrates mitgeteilt.
Der Mietvertrag werde in Kürze unterschrieben, erklärte Freudewald. Man habe sich zunächst grünes Licht vom Kreisausschuss holen wollen, dass das Projekt wie geplant umgesetzt wird. Wie berichtet, hatte der Kreis zuletzt nach Möglichkeiten gesucht, bereits gemietete Unterkünfte zur Unterbringung von Flüchtlingen, die erst kurz in Deutschland sind, wieder zu stornieren, da derzeit die Zahl der Neuankömmlinge deutlich unter den avisierten Zahlen des Landes Niedersachsen liegen (das WOCHENBLATT berichtete). "Das Projekt auf der Jordan-Fläche steht nicht in Frage", betont Freudewald. Hier werde Platz für Flüchtlinge mit Aufenthaltsrecht geschaffen, für die auf dem freien Wohnungsmarkt nur schwer Wohnraum zu bekommen sei.
Ebenfalls noch nicht endgültig geklärt ist der Zuschnitt der Wohnungen. "Wir sind hier in Gesprächen mit Herrn Cassens", so Freudewald. Im Raum stehe ein flexibles Wohnkonzept mit Unterbringungsmöglichkeiten von einer bis zu acht Personen.
Derweil gibt es weiter Diskussionen um den Antrag der FDP-Ratsfraktion, noch vor der Unterschrift des Mietvertrags mit Investor Cassens über eine Nutzungsänderung zu diskutieren und auf der zentralen Innenstadt-Fläche auch Wohnraum für sozial Schwächere zu schaffen. Ob sich Cassens darauf einlässt, wird sich weisen. Er muss für die Dauer der Mietphase mit dem Landkreis Harburg, zunächst zehn Jahre, lediglich elf Stellplätze nachweisen und erst nach der Umwandlung in "normale" Wohnungen auf 25 Stellplätze aufstocken. Für die fehlenden Stellplätze muss Cassens keine Ablöse zahlen, erklärt Buchholz' Stadtsprecher Heinrich Helms. Schließlich sei die Unterkunft für Flüchtlinge geplant, diese hätten in aller Regel keine Autos. Alle 25 Stellplätze seien nachgewiesen und könnten bei Bedarf gebaut werden. Kritiker sehen hier ein zumindest ungewöhnliches Vorgehen der Stadt, um nicht zu sagen eine Bevorteilung des Investors gegenüber anderen Hausbauern.